Sekundäre Hörrinde: Unterschied zwischen den Versionen

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''Synonyme: sekundär auditorisches Rindenfeld, sekundäres Hörfeld, sekundär auditorischer Kortex, Brodmann-Area 42, Area temporalis paragranulosa''
== Definition ==
== Definition ==
Die sekundäre Hörrinde ist ein Kortexareal im [[Temporallappen]] (Lobus temporalis) genauer im [[Gyrus temporalis superior]] und nimmt die Areale 42 und 22 nach [[Brodmann]] ein.
Die '''sekundäre Hörrinde''' ist ein [[Kortex]]areal im Temporallappen ([[Lobus temporalis]]), genauer gesagt im [[Gyrus temporalis superior]]. Sie nimmt das [[Brodmann-Areal]] 42 (Area temporalis paragranulosa) ein.  


== Neuroanatomie ==
== Neuroanatomie ==
Sie grenzt nach lateral direkt an die [[primäre Hörrinde]] von dem sie afferent auditorische Informationen erhält und dient der interpretativen Verarbeitung.
Die sekundäre Hörrinde umgibt hufeisenförmig die [[primäre Hörrinde]], von der sie auditorische Informationen erhält. Des Weiteren erhält sie [[Afferenz]]en u.a. aus dem [[Gyrus angularis]].
So können wahrgenommene Laute als Wörter, Melodien oder Geräusche von uns erkannt werden.
 
Hierbei unterteilt sich die sekundäre Hörrinde in eine dominante und nicht dominante Hemisphäre.
Es ist diejenige Hemisphäre dominant, in der [[motorisch]] und [[sensorisch]] die Sprache verarbeitet wird, also bei Rechtshändern die linke [[Hemisphäre]] und bei Linkshändern die rechte oder die linke.
 
In der dominanten Hemisphäre werden auditorische Impulse überwiegend rational integriert und wird daher im Sinne von einem Teil des Sprachverständnisses auch als [[sensorisches Sprachzentrum]] (Wernicke) bezeichnet.
 
In der nicht dominanten Hemisphäre wird die "nicht-rationale" Komponente des Gehörten verarbeitet, wie z.B. das Erkennen und die Verständnis von Musik.
 
== Afferenzen ==
[[Afferenz]]en erhält sie überwiegend aus der [[primären Hörrinde]], aber auch von Teilen des posterioren Sprachzentrums, aus dem [[Gyrus angularis]], welcher eine wichtige Schaltstelle zwischen [[visuell]]en und sprachrelevanten Kortexarealen darstellt.


== Efferenzen ==
In der sekundären Hörrinde erfolgt eine interpretative Verarbeitung der auditorischen Informationen, sodass die wahrgenommenen Laute als Wörter, Melodien oder Geräusche erkannt werden. Des Weiteren entsendet sie [[Efferenz]]en in den auditorischen [[Assoziationskortex]] sowie in die [[Sprachzentrum|Sprachzentren]] (u.a. [[Wernicke-Areal|Wernicke-]] und [[Broca-Areal]]).
[[Efferenz]]en übermittelt sie in das [[sensorische Sprachzentrum]] ([[Wernicke-Areal]]) und über den [[Fasciculus arcuatus]] in das [[motorische Sprachzentrum]] ([[Broca-Areal]]), also vom Zentrum des Sprachverständnisses in das Zentrum der Sprachbildung.
[[Fachgebiet:Zentralnervensystem]]
[[Tag:Gehör]]
[[Tag:Hörbahn]]
[[Tag:Kortex]]

Aktuelle Version vom 29. Januar 2020, 19:19 Uhr

Synonyme: sekundär auditorisches Rindenfeld, sekundäres Hörfeld, sekundär auditorischer Kortex, Brodmann-Area 42, Area temporalis paragranulosa

Definition

Die sekundäre Hörrinde ist ein Kortexareal im Temporallappen (Lobus temporalis), genauer gesagt im Gyrus temporalis superior. Sie nimmt das Brodmann-Areal 42 (Area temporalis paragranulosa) ein.

Neuroanatomie

Die sekundäre Hörrinde umgibt hufeisenförmig die primäre Hörrinde, von der sie auditorische Informationen erhält. Des Weiteren erhält sie Afferenzen u.a. aus dem Gyrus angularis.

In der sekundären Hörrinde erfolgt eine interpretative Verarbeitung der auditorischen Informationen, sodass die wahrgenommenen Laute als Wörter, Melodien oder Geräusche erkannt werden. Des Weiteren entsendet sie Efferenzen in den auditorischen Assoziationskortex sowie in die Sprachzentren (u.a. Wernicke- und Broca-Areal).