Sauerstoffdefizit
Definition
Als Sauerstoffdefizit bezeichnet man die Diskrepanz zwischen Sauerstoffbedarf und -aufnahme zu Beginn einer körperlichen Arbeit bzw. Belastung.
Hintergrund
Zu Belastungsbeginn steigt der Energiebedarf der Arbeitsmuskulatur schneller an als die Sauerstoffaufnahme durch Atmung und Kreislauf. Die notwendige Energie wird daher initial teilweise über anaerobe Stoffwechselprozesse, insbesondere die anaerobe Glykolyse, bereitgestellt. In diesem Zusammenhang kommt es zur vermehrten Bildung von Metaboliten wie Laktat.
Mit zunehmender Anpassung von Atmung, Herzzeitvolumen und peripherer Durchblutung steigt die Sauerstoffaufnahme an, bis sie dem aktuellen Energiebedarf entspricht. Es stellt sich ein Steady State ein, der je nach Intensität typischerweise nach etwa 1 bis 3 Minuten erreicht wird.
Nach Beendigung der Belastung bleibt der Sauerstoffverbrauch vorübergehend erhöht. Diese Phase des erhöhten Sauerstoffverbrauchs (Excess Post-Exercise Oxygen Consumption, EPOC) dient unter anderem der Wiederauffüllung der Sauerstoffspeicher, der Laktatelimination sowie der Normalisierung metabolischer und thermoregulatorischer Prozesse.
Literatur
- Brixius, K. (2019). Sport und Leistungsphysiologie. In: Brandes, R., Lang, F., Schmidt, R.F. (eds) Physiologie des Menschen. Springer-Lehrbuch. Springer, Berlin, Heidelberg.