Rhomboid-Lappen
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Synonym: Rhombus-Lappen
Englisch: rhomboid-flap
Definition
Ein Rhomboid-Lappen ist ein Transpositionslappen, der zur Defektdeckung nach Exzision von Tumoren oder bei gutartigen Erkrankungen (z.B. Sinus pilonidalis) genutzt wird. Es handelt sich um einen zufallsversorgten Lappen.
Varianten
Zu den Varianten zählen:
- Limberg-Lappen
- Dufourmentel-Lappen: Diese Modifikation vergrößert die Lappenbasis und erhöht die Sicherheit der Durchblutung des Lappens.
Technik
Für den Rhomboid-Lappen wird der Defekt zunächst in eine rhombische Geometrie mit zwei 60°- und zwei 120°-Winkeln eingezeichnet; der Lappen wird an eine Seite des Defekts mit gleicher Kantenlänge angelegt und in Richtung der größten Hautnachgiebigkeit geplant.[1][2] Nach der Inzision erfolgt die Mobilisation durch großzügige subdermale Unterminierung, anschließend wird der Lappen transponiert und der Sekundärdefekt direkt verschlossen.[1][2] Ziel ist ein spannungsarmer Verschluss unter Anpassung des Lappens an die lokalen Hautspannungslinien und die Gewebelaxität.[3]
Indikationen
Der Rhomboid-Lappen wird vor allem zur Deckung kleiner bis mittelgroßer kutaner Defekte nach Exzision von Tumoren oder anderen umschriebenen Läsionen eingesetzt, wenn ein Primärverschluss nicht sinnvoll möglich ist.[4][1] Besonders geeignet sind Areale mit ausreichender umgebender Hautlaxität sowie Defekte in der Nähe wichtiger anatomischer Strukturen, bei denen eine lokale Gewebeverschiebung vorteilhaft ist.[4][5] Ein klassisches Anwendungsgebiet ist der Sinus pilonidalis, bei dem der Lappen zur Defektdeckung nach Exzision verwendet wird.[3]
Vorteile und Nachteile
Zu den Vorteilen zählen die zuverlässige lokale Defektdeckung, die einfache geometrische Planung und die flexible Ausrichtung des Lappens entlang der günstigsten Hautspannung.[4][6] Der Sekundärdefekt kann meist direkt verschlossen werden, ohne dass ein entfernter Entnahmestellendefekt entsteht.[2] Nachteile sind zusätzliche Narben, die Notwendigkeit ausreichender Gewebereserve und die Abhängigkeit von der lokalen Spannungssituation, sodass ungünstige Spannungslinien zu Wundproblemen oder kosmetisch störenden Ergebnissen beitragen können.[4][1]
Risiken
Zu den möglichen Komplikationen gehören Durchblutungsstörungen bis hin zur partiellen oder kompletten Lappennekrose, Wunddehiszenz, Infektion, Serom und Hämatom.[4][1] Darüber hinaus können Schmerzen, Schwellung und auffällige Narben wie hypertrophe Narben oder Keloide auftreten.[1][7]
Kontraindikationen
Kontraindikationen ergeben sich vor allem aus lokal ungeeignetem Gewebe, insbesondere bei aktiver Infektion im Operationsgebiet oder unzureichender Gewebelaxität im Umfeld des Defekts.[1] Relative Einschränkungen sind Faktoren, die die Durchblutung oder Wundheilung verschlechtern, etwa Rauchen, schlecht eingestellter Diabetes, Gefäßerkrankungen, vorausgegangene Bestrahlung oder Antikoagulation.[4][3] Bei unvollständiger Tumorentfernung ist ein transpositionsbasierter Verschluss ebenfalls nicht indiziert.[1]
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 Transposition Flaps, StatPearls, 2025, abgerufen am 28.10.2026
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Local Flaps of The Hand, Journal of Cutaneous and Aesthetic Surgery, 2014, abgerufen am 28.10.2026
- ↑ 3,0 3,1 3,2 Limberg's Rhombic Flap: A Review of Embryological, Anatomical, and Clinical Considerations, PMC, 2025, abgerufen am 28.10.2026
- ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 Rhombic Flaps, StatPearls, 2024, abgerufen am 28.10.2026
- ↑ Journal of Wound Management and Research, 2025, abgerufen am 28.10.2026
- ↑ reconstructive options for cutaneous defects of the nose: a review, EMJ Reviews, 2018, abgerufen am 28.10.2026
- ↑ Limberg's Rhombic Flap: A Review of Embryological, Anatomical, and Clinical Considerations, PMC, 2025, abgerufen am 28.10.2026