Otoliquorrhoe
Synonym: Otoliquorrhö
Englisch: CSF otorrhea, cerebrospinal fluid otorrhea
Definition
Als Otoliquorrhoe bezeichnet man den Liquorabfluss (Liquorrhoe) aus dem Ohr bzw. dem äußeren Gehörgang (Meatus acusticus externus).
Ätiologie
Häufigste Ursache ist eine Felsenbeinfraktur im Rahmen einer lateralen Schädelbasisfraktur (otobasale Fraktur). Daneben kommen iatrogene Ursachen (z.B. nach Operationen am Ohr oder der Schädelbasis) infrage, seltener auch spontane Liquorfisteln bei erhöhtem intrakraniellen Druck sowie destruierenden Prozessen (z.B. Cholesteatom oder Tumoren).
Klinik
Typisch ist ein klarer, wässriger Ausfluss aus dem Ohr, der lage- oder druckabhängig sein kann. Begleitend können Hörminderung, Schwindel oder eine Fazialisparese auftreten. Klinisch relevant ist das Risiko einer aufsteigenden Meningitis.
Diagnostik
Die Diagnostik basiert auf klinischem Verdacht, der durch den Labornachweis von Beta2-Transferrin oder Beta-Trace-Protein im Sekret bestätigt werden kann. Bildgebend kommen ein hochauflösendes CT des Felsenbeins sowie ggf. eine MR-Zisternographie zum Einsatz, um die Fistel zu lokalisieren.
Therapie
Initial erfolgt häufig ein konservatives Vorgehen mit Bettruhe, Oberkörperhochlagerung und Vermeidung von Druckerhöhung. Persistierende Liquorfisteln oder Komplikationen erfordern eine operative Sanierung, ggf. unter neurochirurgischer Mitbehandlung.
Quelle
- emedicine.medscape.com - CSF Otorrhea Treatment & Management, abgerufen am 20.04.2026