Ortsdosis
Englisch: ambient dose equivalent
Definition
Die Ortsdosis ist eine Dosismessgröße des Strahlenschutzes zur Beschreibung der Strahlenexposition an einem bestimmten Ort unabhängig von einer Person. Sie dient der Charakterisierung von Strahlungsfeldern und der Abschätzung möglicher Körperdosen.
Physikalischer Hintergrund
Die Ortsdosis ist eine operationelle Größe und basiert auf der Äquivalentdosis. Sie wird in standardisierten Referenzphantomen definiert. Maßgeblich ist die:
- Umgebungs-Äquivalentdosis H*(10): Äquivalentdosis in 10 mm Tiefe eines standardisierten Phantoms (ICRU-Kugel)
Diese Definition berücksichtigt die Eindringtiefe und biologische Wirkung verschiedener Strahlenarten. Die Einheit der Ortsdosis ist das Sievert (Sv), meist in mSv oder µSv angegeben. Häufig wird auch die Ortsdosisleistung H*(10) in µSv/h verwendet. Die natürliche Ortsdosisleistung beträgt in Deutschland etwa 0,05-0,2 µSv/h.
Messung
Die Ortsdosis wird mit ortsfesten oder mobilen Detektoren gemessen, z.B.:
- Ionisationskammern
- Geiger-Müller-Zähler
- Halbleiterdetektoren
Die Messung erfolgt an definierten Orten im Strahlungsfeld.
Bedeutung im Strahlenschutz
Die Ortsdosis ist Grundlage für:
- Einteilung von Strahlenschutzbereichen
- Bewertung von Aufenthaltszeiten
- Planung von Abschirmmaßnahmen
Zusammenhang mit der Personendosis
Die Ortsdosis beschreibt die Exposition am Ort, während die Personendosis die individuelle Exposition erfasst. Unter standardisierten Bedingungen gilt näherungsweise: