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Magenbypass

1 Definition

Ein Magenbypass ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem der Magen kurz nach dem Ösophagus durchtrennt und an den Dünndarm angeschlossen wird. Als Resultat werden der Magen und das Duodenum umgangen (engl. "Bypass").

2 Operation

Die häufigste Form des Magenbypass ist der Roux-en-Y-Magenbypass, bei dem der Magen kurz nach dem Ösophagus durchtrennt wird, sodass ein kleiner Restmagen ("Pouch") mit einem Fassungsvermögen von ca. 15-20 ml erhalten bleibt. Der Dünndarm wird ebenfalls durchtrennt und an den Restmagen angeschlossen. Der umgangene Teil des Dünndarms wird so mit dem Dünndarm reanastomosiert, dass sich die Nahrung und Verdauungssäfte erst im mittleren Dünndarm vermengen.

3 Indikation

Der Magenbypass wird zur Gewichtsreduktion bei Patienten mit ausgeprägter Adipositas eingesetzt, bei denen andere Methoden der Gewichtsreduktion versagt haben. Nach der OP kann der Körper nur noch eine geringe Menge Nahrung aufnehmen. Die Verdauungssäfte werden erst in tieferen Darmabschnitten eingeleitet, wodurch die enzymatische Aufspaltung der Nahrung erst später beginnen kann.

Bei der Operation werden zwei Verfahren der Gewichtsreduktion verbunden. Zum einen wird der Magen deutlich verkleinert, wodurch nur noch geringe Mengen an Nahrung aufgenommen werden können, und zum anderen nehmen der Großteil des Magens und der obere Dünndarmabschnitt nicht mehr an der Verdauung teil.

4 Vor-und Nachteile

4.1 Vorteile

  • Deutliche Reduktion des Übergewichts (bis zu 80%)
  • Verbesserung der Blutzuckerwerte
  • Kein Implantat erforderlich
  • Nur noch eingeschränkte Möglichkeit der Aufnahme von süßen Lebensmitteln (Dumping-Syndrom)

4.2 Nachteile

  • Malabsorption: Nicht alle Nahrungsbestandteile können enzymatisch gespalten und resorbiert werden
  • Lebenslange Substitution bestimmer Vitamine und Mineralstoffe notwendig
  • Dumping-Syndrom
  • Bestimmte Medikamente können nicht mehr oral eingenommen werden

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