Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Lotusgeburt

1 Lotusgeburt Definition

lotus birth; Lotus-Geburt

Unter Lotusgeburt versteht man den Verzicht auf die Abnabelung nach Geburt des Kindes.

Das Kind ist durch die Nabelschnur mit dem Mutterkuchen - der Plazenta - verbunden. Die Plazenta versorgt das Kind im Bauch der Mutter mit ausreichend Nährstoffen. In der Regel wird nach der Geburt des Kindes die Nabelschnur 1-3 Minuten nach der vaginalen Geburt des Kindes abgeklemmt und durchtrennt. Dieser Vorgang wird als Abnabelung bezeichnet. Wünschen Eltern, dass die Nabelschnur von alleine abfällt, belassen die Geburtshelfer die Plazenta und die Nabelschnur am Kind, bis diese von alleine abfallen.

2 Herkunft/ Begriffserklärung

Der Name hat fälschlicherweise nichts mit der Lotusblume zu tun, sondern geht auf die Amerikanerin Claire Lotus Bay zurück, welche in den 70er Jahren auf die Abnabelung ihres Kindes verzichtete, was bis dahin in der westlichen Welt so nicht bekannt und Standard war. Auch heutzutage ist die Lotusgeburt kein Standard in der Geburtshilfe.

3 Vor- und Nachteile

Studien belegen, dass prinzipiell eine "späte" Abnabelung von Vorteil für das Kind ist. Die Definitionen hierzu sind in der Literatur nicht ganz einheitlich. Meist wird von einer späten Abnabelung gesprochen, wenn zwischen Geburt des Kindes bis zur Abnabelung 2-3 Minuten vergehen. Eine späte Abnabelung wirkt sich unter anderem positiv auf die Eisen- und die Ferritinkonzentrationen im kindlichen Blut aus. Bei zu langem Abwarten und kombiniert mit einem Ausstreichen der Nabelschnur wird ein erhöhtes Risiko für einen Neugeborenenikterus diskutiert.

Bei einer Lotusgeburt wird gewartet, bis die Nabelschnur und die Plazenta von alleine vom Kind abfallen. Von einer "natürlichen" Abnabelung wird gesprochen. Dieser Vorgang dauert nicht nur wenige Minuten, sondern mehrere Tage bis zu zwei Wochen. Medizinisch gesehen gibt es keinen Vorteil, die Plazenta länger als wenige Minuten mit dem Kind verbunden zu lassen. Mit der Zeit beginnt ein Zersetzungsvorgang in der Plazenta und somit eine Infektionsgefahr für das Kind. Bakterien können entlang der Nabelschnur zum Kind gelangen und im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung führen. Um dies zu verhindern, kann mit Salz und Kräutern die Plazenta behandelt und ausgetrocknet werden. Ein gewisses Infektionsrisiko besteht nach dieser Anwendung weiterhin.


Empfohlen wird gemäss den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe eine Wartezeit bis zu eineinhalb Minuten nach der vaginaler Entbindung des Kindes bis zur Abnabelung oder bis an der Nabelschnur kein Puls mehr tastbar ist.

4 Quellen

  • Aufgezählter Listeneintrag

Andersson O, Hellström-Westas L, Andersson D, Domellöf M: Effect of delayed versus early umbilical cord clamping on neonatal outcomes and iron status at 4 months: a randomized controlled trial. BMJ 2011; 343: doi: 10.1136/bmj.d7157

  • Aufgezählter Listeneintrag

https://www.aerzteblatt.de/archiv/117485/Geburtshilfe-Nabelschnur-sollte-nicht-zu-rasch-durchtrennt-werden

Diese Seite wurde zuletzt am 14. Oktober 2020 um 14:03 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

1 Wertungen (5 ø)

6 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2020 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: