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Leichenentomologie

Synonym: Forensische Entomologie

1 Definition

Leichenentomologie beschreibt ein typisches Mittel der Gerichtsmedizin und Forensik, durch den Befall von organismischen Leichen (Tiere, Menschen) auf den Todeszeitpunkt Rückschlüsse zu ziehen.

Entomologie ist allgemein die Lehre der Insekten, der Fliegen, die Leichenentomologie ist ein Zweig der Forensik. Es wird aufgrund der Leichenbesiedlung durch Insekten Hinweise auf die Leichenliegezeit, Todesursache und Todesumstände gesammelt und ausgewertet.

2 Entstehung

Es erfolgt nach individuellem Tod eine Besiedlung durch Insekten. Die postmortale Eroberung der Leichen erfolgt vorallem durch nekrophage Insekten, wie zum Beispiel Calliphoridae (Schmeißfliegen) oder auch Silphidae (Aaskäfer, sogenannte Totengräber).

3 Verlauf und Identifikation

Nach der Paarung werden die Eier im toten Gewebe abgelegt. Die Eier schlüpfen bei günstigen Bedingungen relativ rasch und das Madenstadium tritt hervor. Die Madenentwicklung erfolgt anschließend mit der Weichteilprotolyse. Durch Aufnahme und Verarbeitung der Reste kommt es mit dieser Energiezufuhr zur Verpuppung der Maden und einer Morphologieänderung zur Fliege (Heterometabole Insekten).

Durch die Maden, Puppen undFliegen können Aussagen über den Todeszeitpunkt gemacht werden.

Es gilt generell die Faustregel bei Fliegen: Das Madenwachstum erfolgt mit ungefähr 1mm am Tag, während die Verpuppung nach 8 bis 15 Tagen eintritt. Vermehrte Anzahl an Fliegen deuten auf einen wesentlich späteren Zeitpunkt hin.

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