Kindling
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LoslegenSynonyme: Kindling-Modell, Kindling-Effekt, Kindling-Phänomen
Hintergrund
Eine Nervenzelle leitet Reize nur weiter, wenn eine bestimmte Reizschwelle überschritten wird. Experimentell wurde festgestellt, dass die Reizschwelle durch periodisch wiederholte unterschwellige Reize auf ein Gehirnareal sinkt. Ein einzelner zuvor unterschwelliger Reiz reicht dann aus, um ein Aktionspotential zu bewirken.
Neurologie
Vor allem für die Erforschung der Epilepsie ist der Kindling-Mechanismus interessant. Bei einer stärker progredienten Epilepsie liegt die Vermutung nahe, dass kurze epileptische neuronale Entladungen Veränderungen der Nervenzellen bewirken, sodass diese Zellen immer häufiger und stärker reagieren. Dies kann zu häufigeren und stärkeren Krampfanfällen führen.
Das Kindling-Modell wird experimentell meist durch wiederholte, zunächst unterschwellige elektrische Reizung eines umschriebenen Hirnareals erzeugt, klassisch im Bereich von Amygdala oder Hippocampus. Auch andere Zielregionen wie der Kortex sind beschrieben.[1][2] Die Stimulationsserien erfolgen in Abständen von Minuten bis Tagen und führen schrittweise von fokalen Nachentladungen über zunehmende Anfallsschwere bis zu länger anhaltender Krampfbereitschaft.[1][3]
Psychiatrie
In der Psychiatrie wird das Kindling-Konzept bei Depressionen, bipolaren Störungen und beim Drogenentzug diskutiert. Symptome können im Krankheitsverlauf durch immer geringere Triggerreize ausgelöst werden. Wiederholte Entzüge können schwerer verlaufen.
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 Classification of Current Experimental Models of Epilepsy, PMC, 2024, abgerufen am 15.10.2026
- ↑ Experimental models of epilepsy: A comprehensive review of mechanisms, translational relevance, and future directions, PMC, 2025, abgerufen am 15.10.2026
- ↑ Feline Temporal Lobe Epilepsy: Review of the Experimental Literature, Journal of Veterinary Internal Medicine, 2017, abgerufen am 15.10.2026