Induzierte pluripotente Stammzelle
Englisch: induced pluripotent stem cells, iPSC
Definition
Induzierte pluripotente Stammzellen, kurz iPSC oder iPS-Zellen, sind pluripotente Stammzellen, die embryonalen Stammzellen sehr ähnlich sind. Sie werden durch Reprogrammierung von somatischen Zellen gewonnen.
Hintergrund
Die traditionelle Methode zur Gewinnung von iPSC entwickelte Shin'ya Yamanaka, der 2012 dafür den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin erhielt. Mittels eines Retrovirus transfizierte er Fibroblasten mit vier Transkriptionsfaktoren Sox-2, Oct-4, Klf-4 und c-Myc (Yamanaka-Faktoren).
In den letzten Jahren wurden zahlreiche alternative Reprogrammierungsstrategien entwickelt, um Effizienz und Sicherheit zu verbessern. So konnten beispielsweise andere Kombinationen von Transkriptionsfaktoren eingesetzt werden, bei denen onkogene Faktoren wie c-Myc durch andere Transkriptionsfaktoren oder komplett durch chemische Moleküle ersetzt wurden. Zudem werden anstelle von Retroviren zunehmend nicht-integrierende Vektoren verwendet, etwa Adenoviren oder episomale Plasmide, um Veränderungen im Genom der Zielzellen zu vermeiden. Auch vollständig virusfreie Methoden, wie die Nutzung von mRNA, haben sich als erfolgreich erwiesen und gelten als besonders vielversprechend für klinische Anwendungen.
Von der Methode erhofft man sich auf lange Sicht patientenspezifische Drug Testings oder Zelltherapien.