Healthy-Worker-Effekt
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Loslegenaus dem englischen: Gesunder-Arbeiter-Effekt
Definition
Der Healthy-Worker-Effekt, kurz HWE, bezeichnet eine systematische Verzerrung in arbeitsmedizinischen und epidemiologischen Studien, bei der Erwerbstätige im Durchschnitt gesünder erscheinen als die Allgemeinbevölkerung. Es handelt sich um einen Selektionsbias.
Hintergrund
Wer arbeitet, ist meist grundsätzlich gesundheitlich belastbarer als Personen, die wegen Krankheit, Behinderung oder Alter nicht erwerbstätig sind. Wird eine beruflich exponierte Gruppe mit der Gesamtbevölkerung verglichen, kann dadurch das tatsächliche Gesundheitsrisiko einer Arbeitsplatzbelastung unterschätzt werden. Der Effekt ist besonders relevant bei Studien zu Berufskrankheiten, Schadstoffexpositionen, Krebsrisiken oder Sterblichkeit. Eine niedrigere Gesamtsterblichkeit bei Beschäftigten bedeutet daher nicht automatisch, dass die berufliche Exposition ungefährlich ist.
Abgrenzung
Zum Healthy-Worker-Effekt gehören Auswahlprozesse vor Beschäftigungsbeginn sowie der Verbleib gesünderer Personen im Beruf. Letzteres wird auch als Healthy-Worker-Survivor-Effekt bezeichnet: Erkrankte oder besonders empfindliche Beschäftigte scheiden häufiger aus belastenden Tätigkeiten aus.