Selektionsbias
Synonym: Auswahlverzerrung
Englisch: selection bias
Definition
Der Selektionsbias ist ein systematischer Fehler bei der anfänglichen Auswahl von Studienteilnehmern, der zu unvergleichbaren Gruppen führt und damit die Aussagekraft einer Studie einschränken oder verfälschen kann. Eine Gegenmaßnahme ist die zufällige (randomisierte) und verblindete Zuteilung der Teilnehmer zu den Gruppen.
Formen
Man unterscheidet verschiedene Unterformen des Selektionsbias. Dadurch, dass große Studien meist auf Englisch publiziert und diskutiert werden, haben sich in der Wissenschaft vor allem die englischen Begriffe etabliert:
- Volunteer Bias (auch Selbstselektions- oder Freiwilligenbias): Personen, die sich freiwillig für eine Studie melden, weisen oft besondere Merkmale auf, wie z. B. eine höhere Motivation oder eine bessere Gesundheit.
- Healthy User Bias (auch "Gesunder-Nutzer-Bias"): Teilnehmer, die sich typischerweise gesünder verhalten und leben als die Allgemeinbevölkerung, nehmen an der Studie teil.
- Non-Response Bias: Personen, die auf Anfragen nicht antworten, unterscheiden sich systematisch von denen, die antworten, was die Ergebnisse verzerren kann.
- Convenience Sampling (auch "Bequemlichkeitsstichprobe"): Teilnehmer werden ausgewählt, weil sie leicht zugänglich sind oder über ein bestimmtes Kommunikationsmedium (z.B. Internet, soziale Medien) kontaktiert werden können, das anderen Menschen möglicherweise nicht zugänglich ist.
Quellen
- Statistik Zentrum.CH; Selektionsbias: Ein tiefgreifender Einblick und wie man ihn vermeidet; abgerufen am 09.01.2026
- iqwiq; Biasarten; abgerufen am 09.01.2026
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Fachgebiete:
Medizinische Statistik
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Letzter Edit:
09.01.2026, 12:36
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