Grenzwellenlänge
Definition
Die Grenzwellenlänge ist die kürzest mögliche Wellenlänge der Röntgenstrahlung, die bei der Bremsstrahlung erzeugt wird. Sie entspricht der maximal möglichen Energie eines erzeugten Photons.
Hintergrund
Bei der Erzeugung von Röntgenstrahlung in einer Röntgenröhre werden Elektronen durch eine hohe elektrische Spannung von der Kathode zur Anode beschleunigt. Die Elektronen besitzen dabei eine kinetische Energie, die durch die angelegte Beschleunigungsspannung bestimmt wird. Beim Auftreffen auf das Anodenmaterial werden die Elektronen stark abgebremst. Dabei kann ein Teil oder im Extremfall die gesamte kinetische Energie des Elektrons in Form eines einzelnen Photons abgegeben werden. Dieses Photon besitzt dann die maximal mögliche Energie der erzeugten Bremsstrahlung. Die zugehörige minimale Wellenlänge wird als Grenzwellenlänge bezeichnet.
Physikalischer Zusammenhang
Die Grenzwellenlänge hängt direkt von der Beschleunigungsspannung der Röntgenröhre ab. Je höher die Spannung ist, desto größer ist die maximale Energie der Elektronen und desto kleiner wird die Grenzwellenlänge der erzeugten Strahlung. Die Beziehung wird durch das sogenannte Duane-Hunt-Gesetz beschrieben:
- = Grenzwellenlänge
- = Planck-Konstante
- = Lichtgeschwindigkeit
- = Elementarladung
- = Beschleunigungsspannung
Bedeutung für das Röntgenspektrum
Das Spektrum der in der Röntgenröhre erzeugten Bremsstrahlung ist kontinuierlich und reicht von großen Wellenlängen bis zur Grenzwellenlänge. Kürzere Wellenlängen können nicht entstehen, da die kinetische Energie der Elektronen durch die Beschleunigungsspannung begrenzt ist. Neben dem kontinuierlichen Bremsstrahlungsspektrum treten zusätzlich diskrete Linien der charakteristischen Röntgenstrahlung auf, die vom Anodenmaterial abhängen.
Bedeutung in der Radiologie
Die Grenzwellenlänge bestimmt die maximal mögliche Energie der erzeugten Röntgenphotonen und damit die maximale Durchdringungsfähigkeit der Strahlung. Sie ist daher direkt von der Röhrenspannung abhängig, die in der Radiologie wird. Eine höhere Röhrenspannung führt zu energiereicheren Photonen und damit zu einer kleineren Grenzwellenlänge.