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Glykämischer Index

Abkürzung: GI
Englisch: glycemic index

1 Definition

Der glykämische Index beschreibt das Ausmaß der postprandialen Steigerung des Blutzuckerspiegels für verschiedene Lebensmittel in Relation zur blutzuckersteigernden Wirkung der Glucose.

2 Bestimmung

Referenz ist die blutzuckersteigernde Wirkung von 100 g Glucose. Diese wird in Beziehung zu der Menge eines Lebensmittels gesetzt, die ebenfalls 100 g Kohlenhydrate enthält.

Die Steigerung des Blutzuckers kann als Fläche unter der als Liniendiagramm aufgezeichneten Blutzuckerkurve erfasst werden. Im Vergleich dazu kann die Fläche unter der Blutzuckerkurve nach Verzehr eines beliebigen Lebensmittels ermittelt werden.

Der Quotient der Fläche beim bestimmten Lebensmittel und der Fläche bei Glucose ist der glykämische Index.

3 Medizinische Bedeutung

Ein glykämischer Index von 50 bedeutet beispielsweise, dass der durch den Verzehr eines Lebensmittels ausgelöste Blutzuckeranstieg halb so stark ausgeprägt ist wie nach dem Verzehr von 100 g Glucose.

Lebensmittel mit einem niedrigen glykämischen Index haben demnach einen längeren Sättigungseffekt, während solche mit einem hohen glykämischen Index Energie schnell und kurzzeitig liefern und schnell zu erneutem Hunger führen.

Der glykämische Index ist daher Grundlage einer Reihe von Diäten (u.a. Montignac-Methode, LOGI-Methode, Glyx-Diät), die für Patienten mit Adipositas empfohlen werden.

Bei Diabetikern ist je nach Höhe des glykämischen Index eines Lebensmittels eine Modifikation der Verabreichungsschemas von kurwirksamen Insulinen erforderlich.

Auch bei der Ernährung von Sportlern kann die Beachtung des glykämischen Index zur Steigerung der Leistungsfähigkeit und Vermeidung eines schnellen Ermüdens genutzt werden.

4 Nachteil

Der glykämische Index lässt die Portionsgröße einer Mahlzeit unberücksichtigt. So müssen für den gleichen Effekt von kohlenhydratarmen Lebensmitteln (z.B. frisches rohes Gemüse) im Vergleich zur Glucose unverhältnismäßig hohe Mengen verzehrt werden. Bei kohlenhydratreichen Lebensmitteln (z.B. Weißbrot) hingegen reichen oft kleinste Mengen.

Darunter leidet die Anschaulichkeit und Nachvollziehbarkeit der angestellten Vergleiche, die Aussagekraft des glykämischen Index ist eingeschränkt.

Zum Ausgleich dieses Nachteils wurde die glykämische Last eingeführt, die beim Vergleich zwischen Lebensmitteln den Gehalt an Kohlenhydraten berücksichtigt.

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