Flexner Report
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Definition
Der Flexner Report wurde im Jahr 1910 von Abraham Flexner im Auftrag der Carnegie Foundation for the Advancement of Teaching verfasst. Die Veröffentlichung führte in den USA zu einer umfassende Reform des Medizinstudiums und zur Etablierung wissenschaftlicher Standards, die heute die Grundlage der evidenzbasierten Medizin bilden.
Geschichte
Der US-amerikanische Pädagoge Abraham Flexner untersuchte von 1908 bis 1910 systematisch die Ausbildung von Medizinern in den USA und Kanada. Zu der Zeit fand das Medizinstudium in weiten Teilen an privaten Ausbildungsinstituten statt und war wenig reguliert.
In seinem anschließend veröffentlichten Bericht kritisierte Flexner die teils niedrigen Zulassungshürden, mangelnde Qualifikation von Dozenten und fehlende Ausstattung in Laboren und Kliniken. Außerdem zeigte der Bericht, dass Alternativmedizin an vielen Ausbildungsinsituten gelehrt wurde.
Forderungen
Flexner forderte in seinem Bericht, das Medizinstudium umfassend zu reformieren und Forschung und Labormedizin gezielt zu fördern.
Flexner forderte, dass man sich in den USA an der Ausbildung von Medizinern an deutschen und amerikanischen Universitäten wie der John Hopkins Universität orientieren solle. Er schlug eine Schließung der zumeist kleinen Ausbildungsinstitute zugunsten großer medizinischer Hochschulen vor.
Umsetzung
Bis 1936 wurden ca. 60% der medizinischen Ausbildungsinstitute in den USA geschlossen. Die Professionalisierung der medizinischen Ausbildung führte zur Etablierung der modernen evidenzbasierten Medizin.
Als Zulassungvoraussetzung für das Medizinstudium etablierte sich die Notwendigkeit eines Highschool-Abschlusses und eines zweijährigen medizinischen Vorstudiums (College).
Fast alle afroamerikanisch getragenen Schulen schlossen und die Zahl weiblicher Studenten ging zurück.
Flexner hatte in seinem Bericht eine Verzahnung der vorklinischen, klinischen und patienten-nahen Lehre gefordert. In der Umsetzung fand jedoch eine Aufteilung des Medizinstudiums in präklinische Fächer und klinische Fächer mit anschließender klinischer Arbeit statt. Diese Aufteilung etablierte sich als globaler Standard.
Seit der späten zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts werden vermehrt Ansätze wie das Organsystem-basierte Lernen und das Problem-orientierte Lernen (PoL) im Medizinstudium genutzt.
Literatur
- Medical education in the United States and Canada; a report to the Carnegie Foundation for the Advancement of Teaching (Flexner Report)
- The Flexner Report - 100 Years Later (Yale Journal of Biology and Medicine)