Ebner-Halbmond
nach Viktor von Ebner-Rofenstein (1842 bis 1925), österreichischer Histologe und Oronzo Gianuzzi (1838-1876), italienischer Physiologe
Synonyme: Gianuzzi-Halbmond, Heidenhain-Halbmond, von Ebner'scher Halbmond
Englisch: Gianuzzi's demilunes
Definition
Als Ebner-Halbmond werden gemischte, seromuköse Endstücke von Drüsen bezeichnet, bei denen eine Gruppe von serösen Zellen den mukösen Zellen in Form eines Halbmondes bzw. einer Kappe aufsitzen.
Funktion
Die Funktion der Ebner-Halbmonde besteht in der Spülung der mukösen Schläuche. Sie geben ihr Sekret über interzelluläre Sekretkanälchen in die Endstücke ab. Durch das dünnflüssige seröse Sekret und die Anordnung am Ende der Drüsenschläuche wird das zähflüssige, muköse Sekret nach vorne gedrängt und gleichzeitig verdünnt. Drüsen mit Ebner-Halbmonden findet man z.B. in der Glandula sublingualis und der Glandula submandibularis.
Histologie
Bei der Halbmond-Form handelt es sich um ein Fixierungsartefakt, das durch das Aufquellen der Muzine in den Mukozyten entsteht. Dadurch werden die eigentlich zwischen den Mukozyten sitzenden Ebner-Zellen nach außen verdrängt, was ihnen ihr kappenförmiges Aussehen verleiht.
siehe auch: Ebner-Spüldrüse