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Radiusköpfchenfraktur

Synonyme: proximale Radiusfraktur, Radiusköpfchenbruch

1 Definition

Unter der Radiusköpfchenfraktur versteht man einen Knochenbruch im Bereich des Radiusköpfchens (Caput radii). Dieser Frakturtyp ist seltener als die distale Radiusfraktur.

2 Epidemiologie

Die Radiusköpfchenfraktur macht ein Fünftel aller Verletzungen im Bereich des Ellenbogens aus.

3 Ätiopathogenese

Die Radiusköpfchenfraktur wird durch indirekte und direkte Krafteinwirkung hervorgerufen. Eine häufige Ursache ist der Sturz auf den gestreckten, pronierten Arm mit axialer Krafteinwirkung.

Möglich sind dabei einfache Spaltbrüche, aber auch die vollständige Zertrümmerung des Radiusköpfchens. Je nach Ausmaß der Gewalteinwirkung ist auch eine gleichzeitige Fraktur im Bereich der Ulna möglich.

4 Klinik

Am Radiusköpfchen bestehen ein Druckschmerz und ein Bewegungsschmerz bei der Pronation und Supination. Häufig sind eine Schwellung und ein Hämatom zu sehen.

Je nach Ausmaß der Krafteinwirkung sind mehr oder weniger ausgeprägte Verletzungen der Weichteile, des Nervus radialis oder auch der Ulna und des Olecranons möglich.

5 Klassifikation

Nach der AO-Klassifikation unterscheidet man extraartikuläre Frakturen, Gelenkfrakturen eines Knochens und Gelenkfrakturen beider Knochen.

5.1 Extraartikuläre Frakturen

Man unterteilt:

  • 21-A1: Fraktur der Ulna, Radius intakt
  • 21-A2: Fraktur des Radius, Ulna intakt
  • 21-A3: Fraktur beider Knochen

5.2 Gelenkfraktur eines Knochens

Man unterscheidet:

  • 21-B1: Artikuläre Fraktur der Ulna, Radius intakt
  • 21-B2: Artikuläre Fraktur des Radius, Ulna intakt
  • 21-B3: extraartikuläre Fraktur des anderen

5.3 Gelenkfraktur beider Knochen

Man unterteilt:

  • 21-C1: einfache Gelenkfraktur beider Knochen
  • 21-C2: einfache Gelenkfraktur eines Knochens, mehrfragmentäre Fraktur des anderen Knochens
  • 21-C3: mehrfragmentäre Gelenkfraktur beider Knochen

6 Diagnostik

Anamnese, Unfallmechanismus und Klinik weisen häufig auf die Diagnose hin. Eine Überprüfung von Durchblutung, Motorik und Sensibilität (DMS) im Rahmen der klinischen Untersuchung sollte nicht vergessen werden.

Anhand von Röntgenbildern kann die Diagnose gesichert werden. Wenn bei einem Kind im Wachstumsalter der Verdacht auf eine Radiusköpfchenfraktur geäußert wird, sollten zum Vergleich Aufnahmen der Gegenseite angefertigt werden.

Radiusköpfchen­fraktur

7 Therapie

Eine frühfunktionelle Behandlung ist bei einfachen Frakturen des Radiusköpfchens ohne Dislokation möglich. Häufig erfolgt die Behandlung nach Gelenkpunktion, bei der eine Entlastung des Frakturhämatoms sowie die Instillation eines Lokalanästhetikums erfolgen.

Bei dislozierten Frakturen erfolgt nach der Reposition die osteosynthetische Versorgung durch Minischrauben oder Kunststoffstifte. Häufig kann bei Trümmerfrakturen nur noch eine Resektion des gesamten Radiusköpfchens durchgeführt werden.

8 Komplikationen

Nach der Rekonstruktion einer Radiusköpfchenfraktur werden häufig periartikuläre Ossifikationen und Synostosen mit der proximalen Ulna beobachtet.

9 Prognose

Die Schwere der Fraktur bestimmt die Prognose. Bei wenig dislozierten Frakturen werden häufig gute Ergebnisse erreicht.

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