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Niesreflex

Inhaltsverzeichnis

1 Definition

Der Niesreflex ist ein Fremdreflex des Menschen, welcher durch mechanische oder chemische Reizung der Nasenschleimhaut ausgelöst werden kann. Er zählt zu den Schutzreflexen und dient der Reinigung der oberen Atemwege, während der Hustenreflex die unteren Atemwege reinigt.

2 Physiologie

Auslöser der Niesreflexes sind Mechano- und Chemorezeptoren der Nasenschleimhaut, des Pharynx, der Bronchien und der Lunge. Sie können durch Fremdkörper, chemische Substanzen, Gerüche oder auch Temperaturreize erregt werden. Die Impulse werden über primäre Fasern des Nervus vagus und über sekundäre Fasern des Nervus trigeminus an den Nucleus solitarius, das Atemzentrum in der Formatio reticularis sowie an das Rückenmark weitergeleitet. Im Rückenmark befinden sich Neurone für die Ansteuerung der Ausführungsorgane u.a. das Zwerchfell und die Interkostal- und Bauchmuskeln.

In Nasenschleimhaut beinflussen afferente Fasern des Nervus trigeminus den Niesreflex, kaudal seines Versorgungsbereichs Fasern des Nervus vagus. Bei den Mechanorezeptoren handelt es sich sowohl um Druck-, als auch um Dehnungsrezeptoren. Die in der Lunge befindlichen Rezeptoren gehören zu afferenten vagalen C-Fasern.

Die beteiligten Fasern sind von unterschiedlicher Qualität. Die Empfindung, insbesondere bei Fremdkörpereinfluss, ähnelt der Schmerzempfindung, jedoch sind offenbar keine nozizeptiven Fasern beteiligt.

Eine besondere Ausprägung ist der photopische Niesreflex.

2.1 Ablauf

Es kommt zu einer reflektorischen, tiefen Einatmung und einer darauffolgenden krampfartigen Ausatmung, bei der das Gaumensegel so gespannt wird, dass die Luft nur durch die Nase entweichen kann und so z.B. ein Fremdkörper ausgetrieben wird.

2.2 Regulation

Obwohl es sich um einen Reflex handelt, welcher normalerweise unwillkürlich ausgelöst wird, kann dieser sowohl willentlich erzeugt, als auch unterdrückt werden. Absteigende Fasern aus neokortikalen Regionen wirken über Interneurone sowohl auf die Formatio reticularis, als auch auf Motoneurone des Rückenmarks. Es sollen auch Verbindungen solcher Fasern zum Nucleus ambiguus bestehen.

3 Klinik

Bei Rückenmarksschädigungen im Zervikalbereich sowie großflächigen Raumforderungen im Bereich des Hirnstammes kann es zu Einschränkungen des Funktion des Niesreflexes kommen. Isolierte Ausfälle sind nicht bekannt, da alle beteiligten Zentren multifunktional sind.

Tags:

Fachgebiete: Allergologie, Physiologie

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Dr. med. Mikolaj Walensi schreibt seit dem 16.11.2008 im Flexikon, hat bereits 189 neue Artikel publiziert und 943 Artikeldetails verbessert.

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