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Neocortex

von altgriechisch: νέος ("néos") - frisch, neu
Synonyme: Neokortex
Englisch: neocortex

1 Definition

Der Neocortex ist der stammesgeschichtlich jüngste Teil der Großhirnrinde (Cortex cerebri). Aufgrund seines relativ homogenen histologischen Aufbaus nennt man ihn auch Isocortex.

2 Anatomie

Die Großhirnrinde setzt sich aus dem Neocortex, dem Archicortex und dem Paleocortex zusammen. Der Neocortex besteht aus grauer Substanz, welche die darunter liegende weiße Substanz des Gehirns umgibt. Er besteht aus ca. 20-23 Milliarden Neuronen, die in 6 horizontalen Schichten angeordnet und in Form von Säulen organisiert sind.

Beim Menschen ist der Neocortex zum Zwecke der Oberflächenvergrößerung eingefaltet und weist dementsprechend Wölbungen (Gyri) und Furchen (Sulci) auf.

2.1 Schichten

Von der Oberfläche in Richtung Marklager unterscheiden sich folgende Schichten:

2.1.1 Lamina molecularis

Die Lamina molecularis (Lamina I) besteht vor allem aus Fortsätzen von tiefer gelegenen Neuronen. Man findet vereinzelt Nicht-Pyramidenzellen.

2.1.2 Lamina granularis externa

In der Lamina granularis externa (Lamina II) findet man viele kleine Pyramidenzellen (und Nicht-Pyramidenzellen), die sehr dicht nebeneinander liegen und deshalb den Eindruck einer Körneransammlung vermitteln.

2.1.3 Lamina pyramidalis externa

In der Lamina pyramidalis externa (Lamina III) findet man viele große Pyramidenzellen. Die Axone der zweiten und dritten Schicht bilden Assoziations- und Kommissurenfasern.

2.1.4 Lamina granularis interna

In der Lamina granularis interna (Lamina IV) finden sich viele Pyramidenzellen und viele Nicht-Pyramidenzellen. In dieser Schicht enden vor allem die Afferenzen aus den spezifischen Kernen des Thalamus, die den sog. Baillarger-Streifen bilden.

2.1.5 Lamina pyramidalis interna

Die in der Lamina pyramidalis interna (Lamina V) besonders großen Pyramidenzellen projizieren auf zahlreiche extrakortikale Zentren mit Ausnahme des Thalamus.

2.1.6 Lamina multiformis

Die Zellen der Lamina multiformis (Lamina VI) sind morphologisch sehr unterschiedlich. Die Axone der Pyramidenzellen dieser Schicht ziehen zu den spezifischen Kernen des Thalamus.

Fachgebiete: Zentralnervensystem

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