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Lidschlussreflex

Synonyme: Kornealreflex, Orbicularis-oculi-Reflex, Cornealreflex, Blinkreflex
Englisch: corneal reflex, blink reflex

1 Definition

Der Lidschlussreflex ist ein polysynaptischer Fremdreflex, der am Auge den Lidschluss herbeiführt.

2 Physiologie

2.1 Afferenter Schenkel

Nach mechanischer Reizung der Cornea (Hornhaut), dem Rezeptor des Reflexbogens, läuft der Reiz zuerst über den afferenten Schenkel des Reflexbogens mit dem Nervus nasociliaris, einem Ast des Nervus ophthalmicus (1. Trigeminusast) zum Ganglion trigeminale. Hier sitzen die Perikaryen der sensiblen Fasern. Von hier aus ziehen die zentralen Fortsätze der Ganglienzellen zum Kerngebiet des Nervus trigeminus.

Nach Umschaltung im Nucleus spinalis nervi trigemini wird der Reiz über den Colliculus superior oder Nucleus ruber zur Formatio reticularis geleitet, um von dort aus zum Nucleus nervi facialis zu ziehen. Einige wenige Fasern erreichen den Facialiskern auch direkt.

2.2 Efferenter Schenkel

Der efferente Schenkel beginnt mit den Fasern des Nucleus nervi facialis, der sich den Fasern der anderen Facialiskernen (Nucleus salivatorius superior, Nucleus tractus solitarii) anlagert, um mit ihnen gemeinsam den Nervus facialis (VII. Hirnnerv) zu formieren. Mit seinen speziell-viszeromotorischen Fasern innerviert er den Musculus orbicularis oculi, dessen Kontraktion den Lidschluss verursacht.

Die Latenzzeit des Reflexbogens beträgt etwa 250ms. Wie der Pupillenreflex ist der Lidschlussreflex ein konsensueller Reflex, d.h. die Afferenzen werden sowohl auf den ipsilateralen als auch auf den kontralateralen Facialiskern verschaltet. Das hat zur Folge, dass beide Augenlider sich verschließen, obwohl der Reiz nur an einem Auge ausgelöst wurde.

3 Funktion

Der Lidschlussreflex ist ein Schutzreflex, der dem Schutz der Cornea bzw. des Augapfels vor Fremdkörpern und Austrocknung dient.

4 Klinik

Der Reflex fällt sowohl bei Verletzung des afferenten als auch des efferenten Schenkels aus, z.B. bei einer Facialisparese.

In der Anästhesie wir der Reflex als ein Kriterium zur Einschätzung der Narkosetiefe genutzt. Beim Erreichen des Toleranzstadiums fällt der Reflex aus.

Fachgebiete: Physiologie

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