Vom 16. bis 23. Juli steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Nucleus ruber

von lateinisch: nucleus - Kern, ruber - rot
Englisch: red nucleus

1 Definition

Der Nucleus ruber ist ein Ganglienzellzentrum (Kerngebiet) des extrapyramidalen Systems im Mesencephalon. Auf einem Querschnitt ist er makroskopisch als großer, runder, rötlich gefärbter Kern zu sehen.

2 Namensgebung

Seinen Namen erhält der Nucleus ruber durch die rötliche Färbung in frischen Kadavern, welche durch den hohen Eisengehalt in den Perikaryen und seine gute Durchblutung entsteht.

3 Anatomie

Der Nucleus ruber ist ein runder Nucleus im Mesencephalon. Er liegt zwischen dem Periaqueduktalen Grau und der Substantia nigra. Er wird posterior von der Formatio reticularis umgeben.

4 Histologie

Der Nucleus ruber wird unterteilt in:

  • Pars magnocellularis: Sie besteht aus großen Zellen und bildet entwicklungsgeschichtlich den älteren Teil.
  • Pars parvocellularis: Sie besteht aus kleinen Zellen und bildet den größeren Teil des Kerns.

5 Funktion

Der Nucleus ruber ist eine wichtige Schaltstelle im motorischen System. Er projiziert mit seinen Efferenzen ins Rückenmark und nimmt dadurch eine wichtige Stellung innerhalb des extrapyramidalmotorischen Systems (EPMS) ein. Er nimmt Einfluss auf den Muskeltonus und die Körperhaltung.

6 Afferenzen

Der Nucleus ruber erhält Impulse vom:

7 Efferenzen

Der Nucleus ruber gibt Efferenzen ab an:

8 Schädigungen

Eine Läsion des Nucleus ruber verursacht auf der kontralateralen Seite einen Intentionstremor und eine Verminderung des Muskeltonus. Weiterhin können choreatisch-athetotische Bewegungen auftreten.

Fachgebiete: Zentralnervensystem

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