Vom 16. bis 23. Juli steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Ketolid-Antibiotikum

Synonym: Ketolid

1 Definition

Ketolide sind eine Gruppe von Antibiotika, die als Derivate von Makroliden entwickelt wurden.

2 Chemische Eigenschaften

Ketolide entsprechen in ihrer Grundstruktur den Makroliden. Ausgangssubstanz für die Herstellung von Ketoliden ist das Makrolid Erythromycin. Der Unterschied besteht im Substituenten an Position 3 des enthaltenen Zuckers Cladinose. Ketolide weisen an Stelle drei eine Ketogruppe auf.

Die Ketogruppe ist verantwortlich Unterschiede im Wirkmechanismus und bedingt gleichzeitig eine höhere Säurestabilität der Ketolide.

3 Wirkungsmechanismus

Ketolide wirken ähnlich wie Makrolide. Sie blockieren die Proteinbiosynthese der Bakterien. Dabei wird die Translokation des Polypeptids am Ribosom unterbunden. Es entstehen keine funktionsfähigen Proteine, das Bakterium geht zu Grunde.

Ketolide weisen jedoch im Vergleich zu Makroliden eine höhere Bindungsfähigkeit an die Ribosomen auf und inhibieren die Proteinbiosynthese effektiver.

3.1 MLSB-Resistenzen

Durch Makrolide können sogenannte MLSB-Resistenzen induziert werden, die als eine Form der Antibiotikaresistenz die Unwirksamkeit von Makroliden bedingen können. Ketolide induzieren keine MLSB-Resistenz und wirken auch gegen Bakterien, die bereits eine MLSB-Resistenz aufweisen.

4 Wirkungsspektrum

Das Wirkungsspektrum der Ketolide ist breit. Sie wirken gegen Staphylokokken mit induzierter MLSB-Resistenz, Streptokokken, Haemophilus influenzae, Moraxella catarrhalis, Chlamydien, Legionella pneumophila und Mykoplasmen.

Insbesondere die Wirkung bei Makrolid- und penicillinresistenten Streptokokken ist von hoher Bedeutung für den klinischen Einsatz.

5 Anwendung

Durch ihr breites Wirkungsspektrum bieten sich Ketolide für die kalkulierte Therapie von Atemwegsinfektionen (z.B. Pneumonie, Sinusitis) an, insbesondere dann, wenn eine Resistenz gegen Beta-Laktame und Makrolide erwiesen oder zu erwarten ist.

6 Substanzen

Telithromycin ist das bisher (Stand 2006) einzige erhältliche Ketolid.

Substanzen mit anderen chemischen Modifikationen der Ketolid-Grundstruktur befinden sich in fortgeschrittener klinischer Erprobung.

Fachgebiete: Pharmakologie

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