Glukokortikoid-Rezeptor
Synonym: Glukokortikoidrezeptor, GR
Englisch: glucocorticoid receptor
Inhaltsverzeichnis |
1 Definition
Der Glukokortikoid-Rezeptor ist ein intrazellulärer Hormonrezeptor, der Glukokortikoide bindet. Er gehört zur Klasse der Liganden-aktivierten Transkriptionsfaktoren.
2 Biochemie
2.1 Struktur
Glukokortikoid-Rezeptoren befinden sich nahezu in allen Körperzellen. Die Aminosäuresequenz des Glukokortikoid-Rezeptors ist auf dem Chromosom 5 lokalisiert. Glukokortikoid-Rezeptoren kommen in zwei Isoformen vor, die man GRα und GRβ nennt. Nur die GRα-Variante kann das Hormon binden. Wie andere Steroid-Rezeptoren kann man am Glukokortikoid-Rezeptor verschiedene Regionen unterscheiden:
- ein variables N-terminales Ende
- eine DNA-bindende Domäne (DBD)
- eine Scharnierregion
- das C-terminale Ende mit der Hormon-bindenden Domäne
In Abwesenheit seines Schlüsselhormons ist der Glukokortikoid-Rezeptor im Zytosol an einen Eiweiß-Komplex gebunden, der unter anderem die so genannten Hitzeschock-Proteine HSP90 und HSP70 enthält. Nach dem das Glukokortikoid an den Rezeptor gebunden ist, d.h. letzterer aktiviert ist, werden diese Begleitproteine freigesetzt.
2.2 Wirkmechanismus
Der aktivierte Glukokortikoid-Rezeptor entfaltet seine Wirkung über 2 Mechanismen:
2.2.1 Transaktivierung
Bei der Transaktivierung bilden zwei aktivierte Glukokortikoid-Rezeptoren ein Homodimer, das aktiv in den Zellkern transportiert wird. Dieses Dimer beeinflusst direkt die DNA, indem es an hormonrezeptive Abschnitte der Erbinformation bindet, die so genannten "glucocorticoid response elements" (GRE). Sie befinden sich in den Promotorregionen für steroidabhängige Gene. Die Bindung führt zu einer vermehrten Synthese der Proteine, die durch diese Gene codiert werden, und dadurch zu den beobachteten Hormonwirkungen. Die konkreten Wirkungen sind dann vom Zelltyp abhängig.
2.2.2 Transrepression
Bei der Transrepression liegt im Gegensatz zur Transaktivierung ein indirekter Wirkmechanismus vor. Hier interagiert der Glukokortikoid-Rezeptor mit anderen Transkriptionsfaktoren wie NF-kB und AP-1. Die Protein/Protein-Interaktion hemmt diese Faktoren und führt dadurch zu einer verminderten Bildung der von ihnen abhängigen Proteine.
2.2.3 Antagonisten
RU486 und Cyproteronacetat sind Antagonisten des Glukokortikoid-Rezeptors.
Tags: Glukokortikoid, Hormon, Rezeptor
Fachgebiete: Biochemie, Pharmakologie
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