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Alpha-2-Agonist

(Weitergeleitet von Alpha-2-Sympathomimetikum)

Synonyme: Alpha-2-Sympathomimetikum, Alpha-2-Rezeptoragonist
Englisch: alpha-2-agonist, alpha-2-sympathomimetic

1 Definition

Alpha-2-Agonisten sind Stoffe, die an den Alpha-2-Rezeptor binden und diesen aktivieren. Physiologisch löst Adrenalin über den Alpha-2-Rezeptor einen negativen Feedbackmechanismus aus, der den Sympathikus hemmt. In der Pharmazie werden synthetische Agonisten als Antihypertensiva eingesetzt. Da eine Hemmung des Sympathikus stattfindet, werden Alpha-2-Agonisten zu den indirekten Sympatholytika gezählt.

2 Pharmakologie

Es sind verschiedene Alpha-2-Agonisten bekannt, darunter die Katecholamine Adrenalin und Noradrenalin, die jedoch auch andere Adrenozeptoren erregen, und die Arzneistoffe Clonidin, Moxonidin, Brimonidin und Guanfacin.

2.1 Adrenalin und Noradrenalin

Adrenalin, ein Katecholamin, wird physiologisch bei "Fight or Flight"-Situationen freigesetzt und ist u.a. ein Alpha-2-Agonist. Neben seinen vielen Wirkungen führt der Agonismus zum Alpha-2-Rezeptor zu einer Aktivierung der Gi/o-gekoppelten Kaskade in noradrenergen Präsynapsen. Es kommt zu einer Hemmung der Ausschüttung des Neurotransmitters Noradrenalin in Kernen wie dem Nucleus tractus solitarii und der Formatio reticularis. Noradrenalin selber führt wie Adrenalin zu einer negativen Rückkopplung.

2.2 Moxonidin

Moxonidin ist ein Antihypertensivum, das chemisch zu den Imidazolinderivaten gezählt wird. Durch die Hemmung noradrenerger Synapsen im ZNS (Nucleus tractus solitarii) führt Moxonidin zu einer Senkung des Sympathikustonus und Blutdrucks. Ein weiterer Anwendungsbereich ist die Senkung des Sympathikustonus bei Opiatentzug.

2.3 Clonidin

Clonidin gehört wie Moxonidin zu den Imidazolinderivaten und wird ebenso als Antihypertonikum eingesetzt. Die indirekt sympatholytische Wirkung entspricht der des Moxonidin. Zusätzliche Wirkungen von Clonidin sind:

2.4 Guanfacin

Guanfacin kann wie Moxonidin als Antihypertensivum verwendet werden. Ein zusätzlicher Anwendungsbereich ist die Behandlung von ADHS. Er wirkt nicht nur selektiv am Alpha-2-, sondern auch am 5-HT2B-Rezeptor und fördert in Tierexperimenten das Kurzzeitgedächtnis. Eine Senkung des cAMP-Spiegels im präfrontalen Kortex kann auch beobachtet werden. Bei Behandlung gegen ADHS werden Stimulanzien wie Ritalin bevorzugt.

2.5 Brimonidin

Brimonidin ist ein Alpha-2-Agonist mit einer hohen Selektivität zu Alpha-2-Rezeptoren und niedrigen Affinität zu Alpha-1-Rezeptoren. Daher wird Bromindin zur Behandlung von Glaukomen verwendet, ohne dass sympathische Nebenwirkungen (z.B. Mydriasis) zu erwarten sind. Brimonidin wirkt durch die Senkung der Produktion des Kammerwassers.

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