Vom 16. bis 23. Juli steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Analkanal

(Weitergeleitet von Afterkanal)

Synonym: Canalis analis
Englisch: anal canal

1 Definition

Der rund 4 cm lange Analkanal ist das mit Schleimhaut ausgekleidete Lumen des Anus. Er reicht vom oberen Rand des Musculus sphincter ani internus bis zur Linea anocutanea. Im ungefüllten Zustand hat der Analkanal einen spaltförmigen Querschnitt, dessen Längsachse von ventral nach dorsal läuft. Die ventrale und dorsale Umschlagslinie des Analkanals werden als vordere bzw. hintere Kommissur bezeichnet. Die äußere Begrenzung des Analkanals ist die Anokutanlinie.

2 Embryologie

Der Afterkanal ist embryologisch betrachtet ektodermalen Ursprunges und bildet sich aus der angelegten Afterbucht aus.

3 Funktion

Der Afterkanal verbindet den Mastdarm (Rectum) mit der Außenwelt und beginnt an der Linea anorectalis, welche die Grenze zwischen der Dickdarmschleimhaut des Rektums und der unregelmäßig gebauten Schleimhaut des Analkanals darstellt.

4 Histologie

Der Analkanal bietet histologisch ein recht abwechslungsreiches Bild und lässt sich in 2 Abschnitte einteilen.

4.1 Unterer Abschnitt

Der untere Abschnitt des Analkanals ist überwiegend von unverhorntem, im untersten Bereich auch verhorntem Plattenepithel ausgekleidet. Dieser Teil wird auch als Anoderm bezeichnet und ist ektodermalen Ursprungs. Er trägt jedoch keine Hautanhangsgebilde, vor allem keine Haare.

4.2 Oberer Abschnitt

Der obere Abschnitt, der durch die in Schlangenlinien verlaufende Linea dentata markiert wird, ist eine 8-10 mm schmale Transitionalzone. Sie weist ein Übergangsepithel auf, das zwischen der endodermalen Schleimhaut des Rektums und dem Anoderm liegt. In der Übergangszone liegen die Analpapillen und die Analkrypten. Letztere enthalten die Mündungen der Analdrüsen, die mit Übergangs- oder Zylinderepithel ausgekleidet sind.

In der Submukosa des Analkanals liegt der Hämorrhoidalplexus.

5 Besonderheit in der Veterinärmedizin

Anatomisch werden in der Veterinärmedizin insgesamt drei Zonen unterschieden, welche je nach Tierart verschiedene Abwandlungen zeigen:

Zona columnaris: Sie wird auch auch Zona transitionalis genannt.

  • Bei Fleischfressern und Schweinen sind hier zahlreiche Längsfalten, Columnae anales, ausgebildet.
  • Zwischen den Längsfalten sind tiefe Einsenkungen, die Analkrypten, Sinus anales.
  • Histologie: Schleimhaut als einschichtiges Epithel mit zahlreichen Becherzellen

Zona intermedia: Sie wird auch auch Zona squamosa, Zona alba oder Anoderm genannt.

  • Histologie: mehrschichtiges, unverhorntes Plattenepithel; helle und schmerzempfindliche Schleimhaut durch dsie Nervi rectales inferiores
  • besonders bei Fleischfressern eine Engstelle im Analkanal
  • Linea anocutanea markiert die Grenze zur äußeren Haut und damit zu dritten Zone

Zona cutanea: Der letzte Abschnitt des Analkanals

  • Histologie: verhorntes Plattenepithel mit Talg- und Schweißdrüsen sowie Haaren.
  • Fleischfesser: die Glandulae circumanales sowie den Sinus paraanales, die Drüsen haben Ähnlichkeit mit Talgdrüsen jedoch ohne Ausführungsgänge, sekretierend.

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