Synonym: Dorsum (lateinisch)
Englisch: back oder human back


Als Rücken wird die hintere Fläche des Oberkörpers bezeichnet, welche hauptsächlich durch die Wirbelsäule, die Rippen und die Rückenmuskulatur gebildet wird.
Der Rücken wird kranial vom unteren Rand des Nackens, seitlich durch den Rand des Musculus trapezius, die Ausdehnung des Schulterblatts und die Lendengegend und kaudal durch die Spitze des Steißbeins, die Gesäßmuskulatur und den Darmbeinkamm begrenzt.
Die Skelettstrukturen des Rückens beziehen sich in erster Linie auf die Wirbelsäule und die Rippen. Die Wirbelsäule des Rückens besteht aus 12 Brustwirbeln (Th1-Th12) in einer Kyphose, 5 Lendenwirbeln (L1-L5) in einer Lordose, dem Kreuzbein, welches aus 5 miteinander verschmolzenen Wirbeln (S1-S5) besteht und dem Steißbein, welches aus 3-5 miteinander verschmolzenen Wirbeln (Co1-Co3/4/5) besteht. An den zwölf Brustwirbelkörpern entspringen die Rippen, welche wiederum den Brustkorb bilden.
Die Rückenmuskulatur kann in eine autochthone ("ursprüngliche") und eine "eingewanderte", sekundäre Rückenmuskulatur eingeteilt werden:
Die autochthone Rückenmuskulatur hat sich entwicklungsgeschichtlich dort entwickelt, wo sie beim Menschen liegt. Sie wird dementsprechend von dorsalen Ästen der Spinalnerven innerviert. Sie wird von der Fascia thoracolumbalis umschlossen.
Ein tiefes Blatt der autochthonen Rückenmuskulatur trennt sie von der ventro-lateralen Leibeswand. Dieses Blatt bildet die Aponeurosis lumbalis, die dem Musculus transversus abdominis und dem Musculus obliquus internus abdominis als Ursprung dient. Das oberflächliche Blatt der autochthonen Rückenmuskulatur ist mit den Processus spinosi der Wirbel verwachsen und an der Crista iliaca befestigt. Es dient außerdem dem Musculus serratus posterior inferior und dem Musculus latissimus dorsi als Ursprung.
Die primäre Aufgabe der autochthonen Rückenmuskulatur ist die Streckung und Aufrechterhaltung der Wirbelsäule. Daher wird sie oft als Musculus erector spinae ("Wirbelsäulenaufrichter") bezeichnet.
Die nicht-autochthone, "eingewanderte" sekundäre Rückenmuskulatur besteht aus entwicklungsgeschichtlich ventralen Muskeln, welche sich jedoch im Laufe der Phylogenese auf die dorsale Seite des Körpers verlagert haben. Die Innervation findet deshalb auch im Gegensatz zur autochthonen Rückenmuskulatur durch ventrale Äste der Spinalnerven statt.
Der Rücken lässt sich in die anatomischen Rückenregionen, die Regiones dorsales einteilen. Sie erleichtern es, die Topographie (Lage) von Strukturen oder pathologischen Veränderungen im Bereich des Rückens genauer zu beschreiben.


| Lateinisch | Deutsch | |
|---|---|---|
| Regio vertebralis | Wirbelsäulenregion | |
| Pars cervicalis | Halswirbelsäulenregion | |
| Pars thoracalis | Brustwirbelsäulenregion | |
| Pars lumbalis | Lendenwirbelsäulenregion | |
| Pars sacralis | Kreuzbeinregion | |
| Regiones paravertebrales | Paravertebralregionen | |
| Regio scapularis | Schulterblattregion | |
| Regio infrascapularis | Unterschulterblattregion | |
| Regio lumbalis | Lendenregion | |
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