Ein Neurologe (Neurologin) ist ein Facharzt für Erkrankungen des Nervensystems. Die offizielle Bezeichnung lautet "Facharzt für Neurologie". Um diese Bezeichnung zu tragen, muss ein Arzt eine insgesamt 60 Monate dauernde Weiterbildung in einer geeigneten Weiterbildungsstätte absolvieren.
Die 60 Monate unterteilen sich in:
24 Monate in der stationären neurologischen Patientenversorgung
Die Inhalte der Weiterbildung zum Facharzt für Neurologie umfassen nach der Musterweiterbildung der Bundesärztekammer den Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in:
Vorbeugung, Erkennung, Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation neurologischer Krankheitsbilder und Defektzustände
neurologisch-psychiatrische Anamneseerhebung einschließlich biographischer und psychosozialer Zusammenhänge, psychogener Symptome sowie somatopsychischer Reaktionen
Indikationsstellung und Überwachung neurologischer und physikalischer Behandlungsverfahren
Indikationsstellung und Auswertung neuroradiologischer Verfahren
interdisziplinäre diagnostische und therapeutische Zusammenarbeit auch mit anderen Berufsgruppen der Gesundheitsversorgung wie der Krankengymnastik, Logopädie, Neuropsychologie und Ergotherapie einschließlich ihrer Indikationsstellung und Überwachung entsprechender Maßnahmen
Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laboruntersuchungen und Einordnung der Ergebnisse in das jeweilige Krankheitsbild
Funktionsanalysen bei peripheren und zentralen Bewegungsstörungen und Gleichgewichtsstörungen
Funktionsanalysen bei Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen
neuro-otologische Untersuchungen, z. B. experimentelle Nystagmusprovokation, spinovestibuläre, vestibulospinale und zentrale Tests
verhaltensneurologische und neuropsychologische Testverfahren
sonographische Untersuchungen und Doppler-/ Duplex-Untersuchungen extrakranieller hirnversorgender Gefäße und intrakranieller Gefäße
neurologische Befunderhebung bei Störungen der höheren Hirnleistungen, z. B. der Selbst- und Defizitwahrnehmungen, der Motivation, des Antriebs, der Kommunikation, der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses, der räumlichen Fähigkeiten, des Denkens, des Handelns, der Kreativität
Erstellung von Rehabilitationsplänen, Überwachung und epikritische Bewertung der Anwendung von Rehabilitationsverfahren
Punktions- und Katheterisierungstechniken einschließlich der Gewinnung von Untersuchungsmaterial aus dem Liquorsystem
Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung