Synonym: Entladung
Englisch: depolarization
Unter Depolarisation versteht man in der Medizin die kurzzeitige Aufhebung bzw. Umkehrung des Ladungsunterschieds (d.h. der Polarisation) zwischen den beiden Seiten einer biologischen Membran.
Biologische Membranen in intakten Zellen sind immer polarisiert. Diese Polarisation bezeichnet man als Membranpotential. Das Membranpotential entsteht aufgrund von unterschiedlichen Ionenkonzentrationen auf beiden Seiten der Membran.
In elektrisch leitenden Zellen (z.B. Neuronen) tritt die Depolarisation beim Durchlauf eines Aktionspotentials auf. Das Membranpotential bzw. die Ladung der Membran wird schwächer, weil sich verschiedene Ionenkanäle in der Membran öffnen. Durch diese geöffneten Kanäle können Ionen diffundieren und das bestehende Membranpotential dadurch herabsetzten. Dieser Vorgang führt zu einem Ausgleich des Membranpotentials und dann zu einer Ladungsumkehr. Beim Aktionspotential ist die Membran kurzzeitig (1ms) entgegengesetzt polarisiert. Nach Durchlauf eines Aktionspotentials werden die Ionen wieder aktiv unter Energieverbrauch zurück durch die Membran gepumpt, so dass sich das ursprüngliche Membranpotential wieder aufbaut (Repolarisation).


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