DeMeester-Score: Unterschied zwischen den Versionen

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==Interpretation==
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Ein DeMeester-Score >14,72 gibt einen Hinweis auf das Vorliegen einer gastroösophagealen Refluxkrankheit. Für das Stellen einer Diagnose ist das Ergebnis des DeMeester-Scores jedoch nicht ausreichend. Im Rahmen einer [[Konsensuskonferenz]] (2018) internationaler [[Neurogastroenterologie|Neurogastroenterologen]] wurde eine definitive Refluxkrankheit durch eine  Verlängerung der Gesamt-Säureexposition mit pH-Wert <4 von ≥7 % in 24 h bzw. eine Vermehrung der Anzahl von Refluxepisoden auf >80 pro Tag definiert.<ref>Gyawali CP et al. Modern diagnosis of GERD: the Lyon Consensus. Gut 2018;67:1351-1362.</ref>
Ein DeMeester-Score > 14,72 gibt einen Hinweis auf das Vorliegen einer gastroösophagealen Refluxkrankheit. Für das Stellen einer Diagnose ist das Ergebnis des DeMeester-Scores jedoch nicht ausreichend. Im Rahmen einer [[Konsensuskonferenz]] (2018) internationaler [[Neurogastroenterologie|Neurogastroenterologen]] wurde eine definitive Refluxkrankheit durch eine  Verlängerung der Gesamt-Säureexposition mit pH-Wert < 4 von ≥ 7 % in 24 h bzw. eine Vermehrung der Anzahl von Refluxepisoden auf > 80 pro Tag definiert.<ref>Gyawali CP et al. Modern diagnosis of GERD: the Lyon Consensus. Gut 2018;67:1351-1362.</ref>


In der Literatur wird hervorgehoben, dass der Score nicht aussagekräftiger sei, als die isolierte Betrachtung des prozentualen Anteils der Messzeit mit pH-Wert <4.<ref>Jamieson, J R et al. “Ambulatory 24-h esophageal pH monitoring: normal values, optimal thresholds, specificity, sensitivity, and reproducibility.” The American journal of gastroenterology vol. 87,9 (1992): 1102-11. </ref>
In der Literatur wird hervorgehoben, dass der Score nicht aussagekräftiger sei, als die isolierte Betrachtung des prozentualen Anteils der Messzeit mit pH-Wert < 4.<ref>Jamieson, J R et al. “Ambulatory 24-h esophageal pH monitoring: normal values, optimal thresholds, specificity, sensitivity, and reproducibility.” The American journal of gastroenterology vol. 87,9 (1992): 1102-11. </ref>
==Literatur==
*Medtronic. [https://asiapac.medtronic.com/content/dam/covidien/library/emea/de/product/diagnostics-products/emea-bravo-interpretation-guide-de.pdf Interpretation von pH-Metrien mit dem Bravo™ Reflux-Testsystem]


== Quellen==
== Quellen==
<references/>
<references/>
[[Fachgebiet:Gastroenterologie]]
[[Tag:Eponym]]
[[Tag:Ph-metrie]]
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[[Tag:Refluxkrankheit]]
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[[Tag:Ösophagus]]
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Aktuelle Version vom 30. Dezember 2021, 11:08 Uhr

Definition

Der DeMeester-Score ist ein Scoresystem, das die ösophageale Säureexpositionszeit bei der Lang­zeit-pH-Metrie quantifiziert. Er wird im Rahmen der Diagnostik der Refluxkrankheit eingesetzt.

Hintergrund

Der DeMeester-Score wurde erstmals 1974 von Johnson und DeMeester beschrieben. Er hat sich in der Befundbeschreibeung allgemein durchgesetzt und wird bei der Auswertung der pH-Metrie durch Analysesysteme i.d.R. automatisiert mit angegeben.

Prinzip

Der DeMeester-Score wird mithilfe der 24h-pH-Metrie ermittelt.

In den Score fließen folgende Werte mit ein:

  • Prozentualer Anteil der Zeit mit ösophagealem pH < 4 der gesamten Messdauer
  • Prozentualer Anteil der Zeit mit pH < 4 während der Wachphase (aufrechte Position)
  • Prozentualer Anteil der Zeit mit pH < 4 während der Schlafphase (liegende Position)
  • Gesamtzahl der Refluxepisoden während der Messzeit
  • Anzahl der Refluxepisoden mit einer Dauer > 5 min
  • Dauer der längsten Refluxepisode

Ein DeMeester-Score von ≤ 14,72 gilt als physiologisch.

Interpretation

Ein DeMeester-Score > 14,72 gibt einen Hinweis auf das Vorliegen einer gastroösophagealen Refluxkrankheit. Für das Stellen einer Diagnose ist das Ergebnis des DeMeester-Scores jedoch nicht ausreichend. Im Rahmen einer Konsensuskonferenz (2018) internationaler Neurogastroenterologen wurde eine definitive Refluxkrankheit durch eine Verlängerung der Gesamt-Säureexposition mit pH-Wert < 4 von ≥ 7 % in 24 h bzw. eine Vermehrung der Anzahl von Refluxepisoden auf > 80 pro Tag definiert.[1]

In der Literatur wird hervorgehoben, dass der Score nicht aussagekräftiger sei, als die isolierte Betrachtung des prozentualen Anteils der Messzeit mit pH-Wert < 4.[2]

Quellen

  1. Gyawali CP et al. Modern diagnosis of GERD: the Lyon Consensus. Gut 2018;67:1351-1362.
  2. Jamieson, J R et al. “Ambulatory 24-h esophageal pH monitoring: normal values, optimal thresholds, specificity, sensitivity, and reproducibility.” The American journal of gastroenterology vol. 87,9 (1992): 1102-11.