Synthymer Wahn
von altgriechisch: σύν ("syn") – zusammen, gemeinsam; θυμός ("thymós") – Seele, Gemüt, Affekt
Definition
Als synthymer Wahn bezeichnet man eine Wahnstörung, bei der Wahninhalt und affektive Stimmung des Betroffenen miteinander übereinstimmen. Der emotionale Grundton passt also zum inhaltlichen Thema des Wahns. Ein synthymer Wahn kann im Rahmen verschiedener psychischer Erkrankungen auftreten und ist insbesondere bei affektiven Störungen von diagnostischer Bedeutung.
Hintergrund
In der klinischen Praxis zeigt sich häufig eine enge Verbindung zwischen Stimmungslage und Wahninhalt. Bei depressiver Stimmung überwiegen entsprechend negative Wahninhalte, etwa Schuld-, Verarmungs- oder hypochondrischer Wahn. In manischen Episoden treten dagegen eher positive oder expansive Wahninhalte auf, wie Größen- oder Sendungswahn.
Diese Übereinstimmung von Affekt und Wahninhalt wird als synthym bezeichnet und gilt als typisch für affektive Erkrankungen. Im diagnostischen Prozess kann das Vorliegen eines synthymen Wahns daher als Hinweis auf eine primär affektive Störung gewertet werden, während eine fehlende Übereinstimmung (parathymer Wahn) eher auf andere Krankheitsbilder hindeutet (z.B. Schizophrenie).