Statische Compliance
Synonym: statische Lungendehnbarkeit
Definition
Die statische Compliance ist eine Form der Compliance der Lunge oder der sogenannten Lungendehnbarkeit.
Sie ist der Quotient aus exspiratorischem Atemzugvolumen (in ml) und der Differenz aus Plateaudruck und totalem PEEP (positiver endexpiratorischer Druck) und wird in mbar angegeben. Bei lungengesunden beatmeten Patienten beträgt die statische Compliance 50–70 ml/mbar.
Formel
Physiologie
Die statische Compliance beschreibt die Dehnbarkeit von Lunge und Thorax und entspricht dem Verhältnis von Volumenänderung zu Druckänderung. Sie ist der Kehrwert der Elastanz.
Die Berechnung der statischen Compliance erfolgt unter den Bedingungen der maschinellen Beatmung. Sie bietet die einzige Möglichkeit, die Grundvoraussetzungen der Messung der statischen Compliance zu gewährleisten. Zur Berechnung der statischen Compliance ist ein Flow von 0 l/sec notwendig. Unter dem für die Berechnung der statischen Compliance verwendeten totalen positiven endexpiratorischen Druck (PEEPtot) versteht man einen Gesamt-PEEP. Er setzt sich aus dem an der Beatmungsmaschine eingestellten PEEP und einem vorhandenen intrinsischen positiven endexpiratorischem Druck (PEEPintr) zusammen, wie er unter anderem bei unvollständiger Exspiration vorliegen kann.
Zur exakten Messung ist erforderlich, dass keine Spontanatmung vorliegt.
Abgrenzung
Die statische Compliance ist von der dynamischen Compliance zu unterscheiden.
Die statische Compliance wird unter Bedingungen ohne Flow (Flow = 0) bestimmt und beschreibt ausschließlich die elastischen Eigenschaften von Lunge und Thorax. Sie ist somit unabhängig vom Atemwegswiderstand.
Die dynamische Compliance wird hingegen während der laufenden Beatmung gemessen und wird sowohl von den elastischen Eigenschaften als auch vom Atemwegswiderstand beeinflusst. Sie ist daher in der Regel niedriger als die statische Compliance.
Eine verminderte dynamische Compliance bei normaler statischer Compliance weist auf einen erhöhten Atemwegswiderstand hin (z.B. bei Asthma bronchiale oder COPD). Eine Verminderung beider Parameter spricht eher für eine reduzierte Dehnbarkeit der Lunge, wie sie z.B. bei ARDS oder Lungenfibrose vorkommt.