Speak-Up
Definition
Speak-Up ist ein interdisziplinäres Kommunikationsmodell, bei dem Mitarbeiter unabhängig von Hierarchien aktiv dazu aufgefordert werden, Bedenken, Unsicherheiten oder potenzielle Risiken anzusprechen.
Hintergrund
Das Modell stammt aus dem Crew Resource Management der Luftfahrt und wurde zur Verbesserung der Patientensicherheit in die Medizin übertragen. Es basiert auf der Erkenntnis, dass viele sicherheitsrelevante Ereignisse durch Kommunikationsdefizite und hierarchische Hemmnisse entstehen. Ziel von Speak-Ups ist es, Mitarbeiter dazu zu ermutigen, unabhängig von ihrer Position Bedenken zu äußern und potenzielle Behandlungsfehler anzusprechen. Dadurch sollen riskante Situationen erkannt und unterbrochen werden, bevor es zu einem Schaden kommt.
Anwendung
Speak-Up durchführen
Bei einem Speak-Up sollte zunächst Blickkontakt hergestellt und die betreffende Person direkt mit Namen angesprochen werden. Anschließend ist es wichtig, eine klare Ich-Botschaft zu formulieren und die eigenen Bedenken neutral zu äußern. Das zugrunde liegende Problem sollte dabei präzise beschrieben sowie kurz, bündig und verständlich erläutert werden. Wenn möglich, sollte zusätzlich ein konkreter Lösungsvorschlag angeboten werden. Ebenso ist es hilfreich, die Perspektive des Gegenübers einzubeziehen und abschließend sicherzustellen, dass das Gesagte korrekt verstanden wurde.
Speak-Up annehmen
Der Hinweis sollte angenommen und sorgfältig berücksichtigt werden. Zudem ist es wichtig, konstruktiv zu reagieren und sich für den Hinweis zu bedanken.
BUS-Schema
Ein konkreter Leitfaden für Speak-Ups ist das BUS-Schema:
- Bedenken formulieren: "Ich finde das aufgrund von [...] problematisch."
- Unbehagen äußern: "Ich befürchte, dass zu [...] führen könnte."
- Sicherheitsrisiko ansprechen: "Stopp! Das ist gefährlich, weil [...]."
Weblinks
- APS-EV: Informationsbroschüre (Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V.)
- USZ: Forschungsprojekt zu Speaking Up (Universitäts Spital Zürich)
- BUS-Schema (#DenkAnLönne, von Daniel Marx)