Schmuckartefakt
von englisch: jewelry - Schmuck
Englisch: jewelry artifact
Definition
Schmuckartefakte sind radiologische Artefakte, die durch am Körper getragenen Schmuck verursacht werden. Sie tretem in der bildgebenden Diagnostik häufig auf. Metallischer Schmuck weist eine hohe Röntgendichte auf und kann dadurch Überlagerungen, Abschattungen oder Streifenartefakte hervorrufen.
Entstehung
Ursächlich sind während der Untersuchung getragene metallische Gegenstände wie Ohrringe, Nasen- und Lippenpiercings, Halsketten, Ringe oder Armbänder.
In der CT entstehen Artefakte v. a. durch Strahlenabsorption und Streuung, in der MRT durch Suszeptibilitätsunterschiede zwischen Metall und Gewebe.
Klinische Relevanz
Jewelry artifacts können pathologische Befunde maskieren, anatomische Landmarken verfälschen und zu Fehlinterpretationen führen. Sie sind besonders problematisch in der Traumadiagnostik, Tumordiagnostik und präoperativen Bildgebung. In der MRT bestehen zusätzlich sicherheitsrelevante Aspekte.
Prävention
Vor bildgebenden Untersuchungen sollten alle metallischen Schmuckstücke im Untersuchungsbereich entfernt werden. Ergänzend können, insbesondere in der CT, metallartefakt-reduzierende Rekonstruktionsverfahren (z. B. MAR-Algorithmen, iterative Rekonstruktion, Dual-Energy-CT) eingesetzt werden.
Literatur
- Bickle et al., Jewelry artifact., Reference article, Radiopaedia.org, abgerufen am 30.01.2026