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Rosenthal-Effekt

nach dem amerikanischen Psychologen Robert Rosenthal (*1933)
Synonym: Pygmalion-Effekt
Englisch: Rosenthal-effect

1 Definition

Als Rosenthal-Effekt bezeichnet man in der Psychologie einen Verzerrungseffekt von Studienergebnissen, der durch die Erwartungen des Versuchsleiters gegenüber den Probanden verursacht wird.

2 Hintergrund

Die Erstbeschreibung des Rosenthal-Effekts beruht auf einer Untersuchung des Leistungsstandes von Schülern in Abhängigkeit der Erwartungshaltung des Lehrers. Hierzu wurde dem Lehrer (Versuchsleiter) eine ihm unbekannte Schulklasse übergeben. Auf Grundlage einer willkürlichen fiktiven Vorbewertung der Schüler (gute Schüler, schlechte Schüler) konnte eine messbare Verbesserung des IQ´s der vermeintlich leistungsstarken und eine Verschlechterung der leistungsschwachen Schüler ermittelt werden.

2.1 Deutung

Der Rosenthal-Effekt beruht auf einer den Erwartungen des Versuchsleiters entsprechenden unbewussten Verhaltensänderung (am Beispiel des Lehrers: Zuwendung, unterschiedliche individuelle Förderung), die das Studienergebnis hinsichtlich der Erwartungen beeinflusst.

Zur Ausschaltung des Rosenthal-Effektes werden klinische Studien im Doppelblinddesign durchgeführt. Bei einer Medikamenten-Vergleichsstudie weiß der auswertende Arzt zum Beispiel nicht, welches Medikament der Patient bekommt. Dadurch kann eine möglicherweise bestehende Erwartungshaltung, etwa "Das neue Medikament ist sowieso besser", die Untersuchungsergebnisse nicht beeinflussen.

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