Rasterabsorption
Synonyme: Rasterabschattung, Grid-Cut-off
Englisch: grid cut-off
Definition
Die Rasterabsorption bezeichnet ein Röntgen-Artefakt, bei dem Anteile der Primärstrahlung durch das Röntgenraster unerwünscht absorbiert werden. Es tritt auf, wenn ein Raster fehlerhaft eingesetzt wird, und führt zu einer reduzierten Bilddichte bzw. zu einer verminderten Exposition des Detektors.
Entstehung
Die Rasterabsorption hängt wesentlich von der Rasterbauart ab. Besonders betroffen sind Parallelraster und Kreuzraster, da sie eine exakte Einhaltung der geometrischen Bedingungen erfordern.
Einteilung
Parallelrasterabsorption
Die Parallelrasterabsorption ist die häufigste Form der Rasterabschattung. Sie tritt v.a. bei kurzer Fokus-Detektor-Distanz (Source-to-Image Distance, SID) auf. Durch die Strahlendivergenz treffen Randstrahlen vermehrt auf die Rasterlamellen und werden absorbiert.
Typische Bildmerkmale sind:
- eine gleichmäßige Abnahme der optischen Dichte über das gesamte Bild oder
- eine ungleiche Dichteverteilung, bei der eine Bildseite heller erscheint als die andere.
Die Distanz, ab der es zur Rasterabsorption kommt, lässt sich näherungsweise durch folgende Formel berechnen:
Kreuzrasterabsorption
Ein Kreuzraster besteht aus zwei senkrecht zueinander angeordneten Lamellensystemen und reduziert Streustrahlung besonders effektiv. Gleichzeitig ist es jedoch sehr empfindlich gegenüber Fehlstellungen, wodurch der Primärstrahl exakt zentriert und winkelgerecht auf das Raster treffen muss.
Bereits geringe Abweichungen in Zentrierung, Kippung oder Strahlrichtung können zu einer ausgeprägten Rasterabsorption führen. Diese äußert sich häufig einseitig und kann Bildveränderungen verursachen, die pathologische Befunde imitieren.
Klinische Relevanz
Zur Erkennung einer Rasterabsorption eignet sich der Seitenvergleich von knöchernen Strukturen. Bei einer AP-Thoraxaufnahme im Stehen fällt z.B. häufig ein deutlicher Unterschied in der Darstellung des Schultergürtels auf.
Rasterabsorptionen treten vor allem bei stationären Rastern auf. In der klinischen Routine werden meist bewegte (oszillierende) Raster verwendet, wodurch dieses Artefakt deutlich seltener auftritt.
Literatur
- Murphy et al. Grid cut-off. Reference article, Radiopaedia.org, abgerufen am 26.01.2026