p-Wert
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LoslegenSynonyme: Überschreitungswahrscheinlichkeit, "Irrtumswahrscheinlichkeit"
Englisch: p-value
Definition
Der p-Wert ist ein statistischer Wert. Er steht für die Wahrscheinlichkeit, unter Annahme der Nullhypothese (H0) ein mindestens so extremes Ergebnis wie das beobachtete zu erhalten. Bei zweiseitigen Tests werden dabei Abweichungen in beide Richtungen berücksichtigt.
Berechnung
Die Berechnung des p-Werts erfolgt anhand der Wahrscheinlichkeitsverteilung der verwendeten Teststatistik unter Annahme der Nullhypothese. Welche Verteilung zugrunde liegt, hängt vom jeweiligen statistischen Test ab (z.B. t-Test, Chi-Quadrat-Test oder F-Test).
Bei einem rechtsseitigen Test entspricht der p-Wert der Wahrscheinlichkeit, einen mindestens so großen Wert der Teststatistik zu erhalten wie den beobachteten Wert:
Bei einem linksseitigen Test gilt entsprechend:
Bei einem zweiseitigen Test werden Abweichungen in beide Richtungen berücksichtigt. Der p-Wert entspricht dann der Wahrscheinlichkeit, einen mindestens ebenso extremen Wert der Teststatistik zu beobachten wie den gemessenen Wert.
Signifikanzniveau
Bei statistischen Tests wird vor dem Test ein Signifikanzniveau ("α", = Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art) festgelegt. Die Nullhypothese (H0) wird dann abgelehnt, wenn der p-Wert kleiner oder gleich α ist.
Interpretation
Bei einem statistischen Test wird zunächst aus den erhobenen Daten eine Teststatistik berechnet. Für diese ist unter Annahme der Nullhypothese eine Wahrscheinlichkeitsverteilung bekannt. Aus dieser Verteilung lässt sich der p-Wert bestimmen. Er gibt an, wie wahrscheinlich es unter Gültigkeit der Nullhypothese wäre, ein mindestens so extremes Ergebnis wie das beobachtete zu erhalten.
Ein kleiner p-Wert spricht somit gegen die Nullhypothese, während ein großer p-Wert darauf hinweist, dass die beobachteten Daten mit der Nullhypothese vereinbar sind. Ein kleiner p-Wert sagt jedoch nichts über die Größe oder klinische Relevanz eines Effekts aus.
Vor Durchführung des Tests wird ein Signifikanzniveau α festgelegt. Ist der p-Wert kleiner oder gleich α, wird die Nullhypothese verworfen. Ist der p-Wert größer als α, wird die Nullhypothese nicht verworfen.
Der p-Wert gibt nicht die Wahrscheinlichkeit an, dass die Nullhypothese wahr oder falsch ist. Ebenso entspricht er nicht der Wahrscheinlichkeit, die Nullhypothese fälschlicherweise zu verwerfen; diese wird durch das vorab festgelegte Signifikanzniveau α (Fehler 1. Art) bestimmt.
Beispiel
Ein neues Medikament soll den systolischen Blutdruck senken. Die gemessene Blutdrucksenkung wird als positiver Effekt definiert.
- Nullhypothese (H0): mittlere Blutdrucksenkung ≤ 0 mmHg (Medikament wirkungslos)
- Alternativhypothese (H1): mittlere Blutdrucksenkung > 0 mmHg (Medikament wirkt)
Ergibt der Test einen p-Wert von 0,01, bedeutet dies: Unter Annahme, dass das Medikament keine Senkung bewirkt, wäre eine mindestens so große beobachtete Blutdrucksenkung nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 % zu erwarten.