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Oknophilie

1 Definition

Oknophilie ist ein Begriff aus dem Themenkreis der Psychoanalyse, der den Impuls für das krampfhafte Festklammern in einer Gefahrensituation beschreibt. Postuliert wurde dieser Ausdruck durch den ungarischen Psychoanalytiker Michael Balint.

Das Gegenteil von Oknophilie wird als Philobatismus bezeichnet.

2 Hintergrund

Zusammenfassend handelt es sich bei beiden (Oknophilie und Philobatismus) um einen Impuls zur selbstbestimmten und bedingungslosen Bewegung. Zudem reihen sich beide Begriffe ein in eine ganze Reihe von in der Psychoanalyse bekannten grundlegenden Konfliktsituationen des Menschen zwischen Zugehörigkeit, körperlicher Nähe und Geborgenheit auf der einen Seite und Autonomie und Distanz zu anderen Menschen auf der anderen Seite. Die Oknophilie ist eine spezielle Form der Agoraphobie (der Philobatismus eine Art Klaustrophobie).

3 Interpretation

Bei vielen zu Oknophilie tendierenden Menschen findet sich in der Analyse der frühkindlichen und jugendlichen Entwicklung eine Gemeinsamkeit.

Die Kinder wurden von den ihnen nahe stehenden Begleitern kaum vor der Weite des Daseins und der leicht entstehenden Distanz im Leben geschützt. Sie empfinden daher jegliche Art der möglicherweise auftretenden Einsamkeit als große Gefahr, weswegen sie sich tendenziell sofort an ihre vertrauten Personen klammern. Bei Menschen mit Philobatismus liegt häufig das Gegenteil vor: Sie hatten stets Menschen um sich, die sie stark beengten und ihnen die nötige Distanz verwehrten.

Diese Seite wurde zuletzt am 30. Mai 2012 um 11:14 Uhr bearbeitet.

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