Nyquist-Kriterium
Synonym: Nyquist-Shannon-Abtasttheorem
Englisch: Nyquist criterion, Nyquist–Shannon sampling theorem
Definition
Das Nyquist-Kriterium beschreibt die minimale Abtastfrequenz, die notwendig ist, um ein kontinuierliches Signal ohne Informationsverlust digitalisieren bzw. rekonstruieren zu können. Hierfür muss die Abtastrate mindestens doppelt so hoch sein wie die höchste im Signal enthaltene Frequenzkomponente.
Berechnung
Die erforderliche minimale Abtastrate ergibt sich aus:
- = Abtastfrequenz
- = höchste im Signal enthaltene Frequenz
Die Hälfte der Abtastfrequenz wird als Nyquist-Frequenz bezeichnet:
Klinische Relevanz
Wird das Nyquist-Kriterium nicht erfüllt, entstehen Aliasing-Artefakte. Dabei werden Signalanteile mit zu hoher Frequenz fälschlicherweise als niedrigfrequente Signale dargestellt. Das Nyquist-Kriterium spielt in allen digital arbeitenden Bildgebungsverfahren eine Rolle, da dort analoge Signale abgetastet werden. Beispiele sind:
- Magnetresonanztomographie: Auftreten von Einfaltungsartefakten bei zu geringer Abtastung des k-Raums
- Sonographie: Aliasing im Doppler-Signal bei zu hoher Flussgeschwindigkeit
- digitale Radiographie und CT: Begrenzung der maximal rekonstruierbaren räumlichen Frequenz und damit der darstellbaren Ortsauflösung
In der digitalen Bildgebung entspricht die maximal darstellbare räumliche Frequenz der Nyquist-Frequenz des Detektors bzw. der Abtastmatrix. Die Einhaltung des Nyquist-Kriteriums ist daher entscheidend für eine artefaktfreie Signalrekonstruktion und eine hohe Bildqualität.
Literatur
- Terslev et al., Settings and artefacts relevant for Doppler ultrasound in large vessel vasculitis, Arthritis Research & Therapy, 2017
- Botz and Chieng, Nyquist limit, Radiopaedia.org, abgerufen am 27.11.2025