Limb Symmetry Index
Definition
Der Limb Symmetry Index, kurz LSI, ist ein Kennwert zur quantitativen Beurteilung der Seitenasymmetrie von Extremitäten. Er wird meist in der Sportmedizin und Rehabilitation zur Verlaufsbeurteilung (z.B. von Kraft- und Funktionstests) nach Verletzungen eingesetzt.
Berechnung
Der LSI wird in der Regel als Quotient aus Testwerten beider Seiten in Prozent angegeben:
Bei Parametern, bei denen ein niedrigerer Wert einer besseren Leistung entspricht (z.B. Zeitmessungen), muss die Berechnung entsprechend angepasst bzw. invertiert werden, damit höhere Prozentwerte eine größere funktionelle Symmetrie widerspiegeln.
Interpretation
Ein LSI von 100% entspricht identischen Testwerten beider Seiten. Werte unter 100% sprechen – bei Parametern mit der Logik "höher = besser" – für ein Defizit der betroffenen Seite. Im Rahmen von "Return-to-Sport"-Konzepten werden häufig Schwellenwerte (z.B. ≥ 90%) als eines von mehreren Kriterien innerhalb standardisierter Testbatterien herangezogen.
Limitationen
Der LSI kann funktionelle Defizite unterschätzen, wenn auch die kontralaterale Seite leistungsvermindert ist (z.B. infolge von Dekonditionierung oder bei bilateralen Defiziten). Daher sollte der LSI nicht isoliert, sondern stets im Kontext absoluter Testwerte, ggf. normativer Referenzwerte sowie unter Berücksichtigung der Bewegungsqualität interpretiert werden.