Kompetitive Hemmung
Synonyme: kompetitiver Antagonismus, konkurrierende Hemmung
Englisch: competitive inhibition
Definition
Die kompetitive Hemmung ist eine Form der Hemmung, die beispielsweise bei Enzymen oder Rezeptoren vorkommt. Der Inhibitor konkurriert dabei mit dem Substrat oder Liganden um die Bindestelle an der Zielstruktur. Durch die Bindung eines kompetitiven Antagonisten wird der Agonist verdrängt und kann auf diese Weise seine Wirkung nicht entfalten.
Hintergrund
Substanzen, die eine kompetitive Hemmung hervorrufen, ähneln dem eigentlichen Substrat bzw. Agonisten häufig strukturell. Dadurch sind sie in der Lage, die Bindestelle zu besetzen. Bei Enzymen lagern sie sich z.B. in das aktive Zentrum. Eine kompetitive Hemmung kann durch eine Erhöhung der Substrat- oder Ligandenkonzentration teilweise aufgehoben werden.
Kinetik
Das freie Enzym (E) kann sowohl mit dem Substrat (S) als auch mit dem Inhibitor (I) einen Komplex bilden (siehe Abbildung). Hierbei bildet sich zwischen dem Enzym-Substrat- bzw. Enzym-Inhibitor-Komplex ein Gleichgewicht aus, das durch die Reaktionsgeschwindigkeitskonstanten bestimmt wird. Je nach dem, ob das Substrat oder der Inhibitor die höhere Affinität zum Enzym aufweist, bindet jeweils das Substrat beziehungsweise der Inhibitor stärker an das Enzym.
Da ein kompetitiver Inhibitor den prinzipiellen Ablauf der enzymkatalysierten Reaktion nicht beeinflusst, bleibt die Maximalgeschwindigkeit der Reaktion konstant. Es ist lediglich mehr Substrat nötig, um diese zu erreichen: Wenn die Konzentration des Substrats erhöht wird, verdrängt es den kompetitiven Inhibitor aus dem aktiven Zentrum. Dieses Verhalten wird durch die Erhöhung der Michaelis-Menten-Konstante KM des Enzyms gegenüber dem Substrat deutlich.
Aus mathematischer Sicht steht dieser beobachtete KM-Wert, der auch als apparenter KM-Wert bezeichnet wird, mit der Inhibitorkonstante Ki in Zusammenhang, wobei [I] die Konzentration des Inhibitors ist:
Beispiele
Beispiele für eine kompetitive Hemmung sind:
- Statine hemmen kompetitiv die HMG-CoA-Reduktase.
- Methotrexat hemmt kompetitiv die Dihydrofolatreduktase.
- Malonat hemmt kompetitiv die Succinatdehydrogenase.
Literatur
- Berg et al., Stryer Biochemie, 7. Auflage, Springer, 2013