Imbert-Fick-Prinzip
Definition
Das Imbert-Fick-Prinzip ist ein physikalisches Gesetz, das den Zusammenhang zwischen Druck, Kraft und Fläche beschreibt. Es besagt, dass der Druck im Inneren einer idealen, dünnwandigen Kugel der applaniierenden Kraft pro Fläche entspricht.
Formel
- p = F/A
mit
- p = Druck
- F = applanierende Kraft
- A = applanierte Fläche
Medizinische Bedeutung
In der Augenheilkunde bildet das Imbert-Fick-Prinzip die theoretische Grundlage der Applanationstonometrie, insbesondere der Goldmann-Tonometrie. Dabei wird die Kraft gemessen, die notwendig ist, um eine definierte Fläche der Kornea abzuflachen, um daraus den intraokulären Druck (IOD) zu berechnen.
Das Imbert-Fick-Prinzip gilt streng genommen nur für eine ideale, dünnwandige, trockene und perfekt elastische Kugel ohne Oberflächenspannung. Diese Voraussetzungen sind beim menschlichen Auge nicht erfüllt. Einflussgrößen sind unter anderem:
- Korneasteifigkeit und -dicke
- Hornhautkrümmung
- Oberflächenspannung des Tränenfilms
Bei der Goldmann-Tonometrie werden diese Abweichungen durch eine standardisierte Applanationsfläche (3,06 mm Durchmesser) weitgehend kompensiert.
Trotz der theoretischen Einschränkungen liefert die auf dem Imbert-Fick-Prinzip basierende Goldmann-Tonometrie klinisch sehr genaue und reproduzierbare Werte und gilt als Goldstandard zur Messung des intraokulären Drucks, insbesondere in der Glaukomdiagnostik und -therapie.