Geometrische Unschärfe
Englisch: geometric unsharpness, penumbra
Definition
Die geometrische Unschärfe bezeichnet die Randunschärfe von Strukturen im Röntgenbild, die durch die endliche Größe des Brennflecks der Röntgenröhre und die Projektionsgeometrie der Aufnahme entsteht.
Hintergrund
Idealerweise würde die Röntgenstrahlung von einer punktförmigen Quelle ausgehen. In der Realität besitzt der Brennfleck jedoch eine endliche Ausdehnung. Dadurch treffen Strahlen von unterschiedlichen Punkten des Brennflecks auf den Röntgendetektor. Beim Durchgang der Strahlen am Rand eines Objekts entstehen dadurch Bereiche teilweiser Abschattung. Diese führen zu einer unscharfen Abbildung der Objektkanten, die als Halbschatten bezeichnet wird.
Aufnahmegeometrie
Die geometrische Unschärfe hängt von mehreren geometrischen Parametern der Aufnahme ab:
Die Unschärfe lässt sich näherungsweise beschreiben durch:
- – Fokusgröße
- – Objekt-Detektor-Abstand
- – Fokus-Objekt-Abstand
Die geometrische Unschärfe wird größer bei:
- großer Fokusgröße
- großem Objekt-Detektor-Abstand
- kleinem Fokus-Objekt-Abstand
Bedeutung in der Radiologie
Die geometrische Unschärfe beeinflusst direkt die Ortsauflösung eines Röntgenbildes. Zur Reduktion der Unschärfe werden in der radiologischen Aufnahmetechnik mehrere Maßnahmen angewendet:
- Verwendung eines kleinen Brennflecks
- möglichst großer Fokus-Detektor-Abstand
- möglichst geringer Objekt-Detektor-Abstand
Eine optimale Wahl dieser Parameter verbessert die Abbildungsgenauigkeit und erhöht die diagnostische Aussagekraft der Aufnahme.