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General Movements

1 Definition

Als General Movements werden natürlicherweise auftretende, kindliche Bewegungsmuster bezeichnet, die bereits intrauterin in der neunten bis zwölften Schwangerschaftswoche beginnen und bis zum Ende des ersten Lebenshalbjahres zu beobachten sind. Im Verlauf der frühkindlichen Entwicklung verändern die General Movements ihr Erscheinungsbild. Abnorme Bewegungsmuster können auf Veränderungen im ZNS des Kindes hinweisen.

2 Einteilung

2.1 Fetale General Movements

Fetale General Movements sind etwa von der neunten bis zwölften Schwangerschaftswoche bis zum errechneten Geburtstermin zu beobachten. Sie zeigen eine große Bewegungsamplitude und sind häufig recht schnell.

2.2 Writhing Movements

Sie treten etwa um den errechneten Geburtstermin auf und bestehen in den ersten beiden Lebensmonaten fort. Sie zeigen eine geringe Amplitude als die fetalen General Movements und sind zudem langsamer als diese. Die kindlichen Bewegungen erscheinen im Muster elliptisch, was den Eindruck einer windenden Bewegung (engl. to writhe - sich winden) erweckt.

2.3 Fidgety Movements

Diese Bewegungsmuster sind im Alter von sechs bis neun Wochen nach der Geburt bis in etwa zum sechsten Lebensmonat zu beobachten. Sie stellen den Großteil der Bewegungen beim wachen Kind in diesem Altersabschnitt dar. Sie zeigen eine kleine Bewegungsamplitude, eine mäßige Geschwindigkeit und wechselnde Beschleunigung von Nacken, Rumpf und Extremitäten in alle Richtungen.

3 Diagnostische Bedeutung

General Movements treten häufig auf, sind komplexe Bewegungsmuster und bestehen lang genug, um sie gut beobachten zu können. Sie zu beurteilen ist recht einfach, schnell, günstig und nicht-invasiv.

Die Veränderung in der Qualität der Bewegungsmuster kann ein Anzeichen für Läsionen im Bereich des zentralen Nervensystems sein. Dann verlieren die General Movements ihren komplexen Charakter und erscheinen monoton, chaotisch oder verkrampft. Fidgety Movements können verändert ausgeprägt sein oder ganz fehlen. Das komplette Ausbleiben von Fidgety Movements korreliert mit der Manifestation späterer neurologischer Defizite, insbesondere mit einer infantilen Zerebralparese. Als Untersuchungssystem hat sich die Untersuchung nach Prechtl etabliert.

4 Quellen

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