Fremdkörperendometritis
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LoslegenEnglisch: IUD-related endometritis
Definition
Unter einer Fremdkörperendometritis versteht man eine durch einen körperfremden Gegenstand (meist Intrauterinpessar, Intrauterinsystem) begünstigte Endometritis. Sie kann als Manifestation einer Pelvic Inflammatory Disease (PID) isoliert oder gemeinsam mit einer Salpingitis, Adnexitis oder Pelviperitonitis auftreten.
Epidemiologie
Das Risiko für eine aufsteigende Genitalinfektion ist nach Einlage eines Intrauterinpessars (IUP) leicht erhöht. Das höchste Infektionsrisiko besteht in den ersten 20 Tagen nach der Einlage und nimmt anschließend deutlich ab. Insgesamt ist das absolute Risiko einer PID bei korrekter Indikationsstellung niedrig. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen ein junges Lebensalter, häufig wechselnde Sexualpartner, vorausgegangene sexuell übertragbare Infektionen, eine bestehende Zervizitis sowie eine bakterielle Vaginose.
Einzelne Studien weisen darauf hin, dass hormonhaltige Intrauterinsysteme möglicherweise mit einem geringeren Risiko für eine PID assoziiert sind als kupferhaltige Intrauterinpessare.[1]
Ätiopathogenese
Die Entstehung der Fremdkörperendometritis erfolgt meist durch eine aszendierende Infektion ausgehend von der Vagina und Zervix. Mögliche pathogenetische Mechanismen sind:
- bakterielle Besiedlung des IUP
- aszendierende Keimverschleppung entlang des IUP-Fadens
- lokale entzündliche Fremdkörperreaktion des Endometriums
- Schleimhautläsionen durch die Einlage des IUP
Typische Erreger sind:
Insbesondere bei langliegendem IUP kann eine Aktinomykose auftreten.
Klinik
Die klinische Symptomatik reicht von asymptomatischen Verläufen bis hin zu schweren pelvinen Infektionen. Mögliche Symptome sind Unterbauchschmerz, Fieber, Fluor vaginalis, Metrorrhagie, Dyspareunie sowie ein Portioschiebeschmerz. Bei schweren Verläufen kann es zur Ausbildung eines Tuboovarialabszesses oder einer Peritonitis kommen.
Diagnostik
Die Diagnostik umfasst eine gynäkologische Untersuchung mit Prüfung auf Portioschiebeschmerz sowie mikrobiologische Abstriche aus Zervix und Vagina. Ergänzend erfolgt ein PCR-Nachweis von Chlamydia trachomatis und Neisseria gonorrhoeae. Zur weiteren Abklärung dienen die Sonographie des kleinen Beckens sowie die Bestimmung laborchemischer Entzündungsparameter.
Differentialdiagnostisch müssen unter anderem ausgeschlossen werden:
Therapie
Die Therapie erfolgt meist als empirische antibiotische Behandlung nach den Empfehlungen zur Therapie der PID. Dabei kommen häufig Ceftriaxon, Doxycyclin und Metronidazol zum Einsatz.
Ein liegendes IUP muss bei unkomplizierter PID nicht routinemäßig sofort entfernt werden. Zunächst sollte eine antibiotische Therapie eingeleitet und der klinische Verlauf nach 48 bis 72 Stunden kontrolliert werden.
Eine Entfernung des IUP sollte insbesondere bei fehlendem klinischem Ansprechen auf die Antibiotikatherapie, schwerem Krankheitsverlauf, Vorliegen eines Tuboovarialabszesses, Verdacht auf invasive Aktinomykose oder auf Wunsch der Patientin erfolgen.
Komplikationen
Mögliche Komplikationen sind Adhäsionen, eine eingeschränkte Fertilität bis hin zur Sterilität, eine Extrauteringravidität, chronischer pelviner Schmerz sowie die Ausbildung eines Tuboovarialabszesses.
Prophylaxe
Vor Einlage eines Intrauterinpessars muss eine bestehende Genitalinfektion ausgeschlossen werden. Bei Risikopatientinnen empfiehlt sich ein Screening auf Chlamydia trachomatis und Neisseria gonorrhoeae. Die Einlage sollte unter aseptischen Bedingungen erfolgen. Nach der Insertion sind klinische Verlaufskontrollen sinnvoll.
Ein IUP ist bei Nulliparae oder Jugendlichen nicht grundsätzlich kontraindiziert, es sollte jedoch stets eine individuelle Risikoabwägung erfolgen.
Quelle
Literatur
- CDC: Pelvic Inflammatory Disease (PID) - STI Treatment Guidelines, abgerufen am 18.05.2026
- MSD Manual Professional Edition: Entzündliche Beckenerkrankung (PID), abgerufen am 18.05.2026
- Springer Medizin: Leitthema PID („pelvic inflammatory disease“): eine diagnostische Herausforderung, abgerufen am 18.05.2026