Eskalationsstufen nach Breakwell
nach der britischen Sozialpsychologin Glynis M. Breakwell
Definition
Die Eskalationsstufen nach Breakwell beschreiben, wie sich Aggression und Gewalt in sozialen Situationen schrittweise entwickeln. Das Modell geht davon aus, dass Aggression kein plötzliches Ereignis, sondern ein Prozess mit mehreren Stufen ist.
Aufbau
Auslösephase
Eine Person zeigt erste Veränderungen im Verhalten und entfernt sich von ihrem normalen Verhalten. Dies zeigt sich durch verbale oder nonverbale Signale wie Unruhe, Ungeduld, Unterbrechungen im Gespräch oder Vermeidung von Blickkontakt.
Eskalationsphase
Die Abweichung vom normalen Verhalten nimmt deutlich zu. Die Person wirkt zunehmend angespannt, spricht lauter oder schneller, läuft unruhig umher und fixiert sich stark auf ein bestimmtes Thema. Rationales Ansprechen wird schwieriger.
Krisenphase
Die Kontrolle über aggressive Impulse nimmt stark ab. Es kommt zur Eskalation. Fremdaggressives Verhalten wird wahrscheinlich, zum Beispiel durch Schlagen, Stoßen oder das Zerstören von Gegenständen. In dieser Phase sind rationale Gespräche meist kaum wirksam.
Erholungsphase
Nach der Krise sinkt die Erregung langsam, und die Person nähert sich wieder ihrem normalen Verhalten an. Dennoch bleibt die innere Anspannung oft noch längere Zeit erhöht, wodurch die Person besonders empfindlich auf neue Auslöser reagieren kann und es schnell erneut zu Eskalationen kommen kann.
Depression nach der Krise
Es treten häufig Erschöpfung sowie Gefühle wie Reue, Schuld oder Scham auf. Die Person wirkt emotional belastet, beispielsweise durch Weinen oder Verzweiflung, während die Krise bereits vorbei ist.