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Epistemologie

1 Definition

Epistemologie ist ein Teilbereich der Philosophie, der sich mit den Voraussetzungen, Bedingungen und Eigenschaften wissenschaftlichen Wissens beschäftigt.

2 Hintergrund

In Abgrenzung zur klassischen Erkenntnistheorie untersucht die zeitgenössische Epistemologie vor allem die historischen, kulturellen und technischen Gegebenheiten, die nötig sind, einen bestimmten Gegenstand als wissenschaftliches Erkenntnisobjekt zu qualifizieren[1]. Im Zentrum epistemologischer Überlegungen steht daher weniger die erkenntnistheoretische Frage, wie sich wissenschaftliche Begriffe zu den von ihnen bezeichneten Dingen verhalten, als vielmehr die Untersuchung, wie ein Ding zum Objekt wissenschaftlicher Untersuchung gemacht wird.

3 Epistemologie in der Medizin

Als Beispiele für epistemologische Arbeiten, die von unmittelbarer Relevanz für die Medizin sind, können die Arbeiten von Ian Hacking zur Multiplen Persönlichkeit[2] oder von Michel Foucault zur Geschichte des Wahns[3] genannt werden. In beiden Werken wird exemplarisch gezeigt, dass gesellschaftliche und ideengeschichtliche Prozesse eng mit dem Verständnis, was als krankhaft oder gesund angesehen wird, verknüpft sind.

4 Quellen

  1. Rheinberger, Hans-Jörg (2006): Epistemologie des Konkreten. Studien zur Geschichte der modernen Biologie. Frankfurt am Main: Suhrkamp. S. 29
  2. Hacking, Ian (2001): Multiple Persönlichkeit. Zur Geschichte der Seele in der Moderne. Frankfurt am Main: Fischer.
  3. Foucault, Michel (1973): Wahnsinn und Gesellschaft. Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

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