Cockcroft-Gault-Formel
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Loslegennach dem kanadischen Pneumologen Donald William Cockcroft (* 1946) und dem kanadischen Nephrologen Matthew Henry Gault (1925–2003)
Englisch: Cockcroft-Gault equation
Definition
Bei der Cockcroft-Gault-Formel handelt es sich um eine Näherungsformel zur Abschätzung der Kreatinin-Clearance aus dem Serumkreatinin. Die Kreatinin-Clearance dient als Näherungswert für die glomeruläre Filtrationsrate (GFR), überschätzt diese jedoch geringfügig (ca. 10–20 %), da Kreatinin zusätzlich tubulär sezerniert wird (eGFR).[1]
Hintergrund
Die 1976 von Cockcroft und Gault publizierte Formel berücksichtigt neben dem Serumkreatinin und dem Alter des Patienten (da im Alter die Nierenfunktion physiologisch abnimmt) auch das Körpergewicht, woraus indirekt auf die Muskelmasse geschlossen wird. Der Vorteil solcher Näherungsformeln ist, dass sich die Kreatinin-Clearance ohne größeren Aufwand abschätzen lässt.
Zur Stadieneinteilung der chronischen Nierenerkrankung wird die Cockcroft-Gault-Formel heute (2026) nur noch selten verwendet – hier haben die MDRD-Formel und insbesondere die CKD-EPI-Formel sie weitgehend abgelöst. Für die Arzneimitteldosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion gilt sie jedoch weiterhin als Standard, da zahlreiche Zulassungsstudien und Fachinformationen auf ihr basieren.
Einschränkend ist zu beachten, dass die Formel auf einem kleinen Patientenkollektiv (< 250 Fälle, ausschließlich Männer) beruht. Zudem benötigen die Labore das Körpergewicht, das vom Behandler häufig nicht angegeben wird.
Berechnung
Dem Rechner liegt folgende Formel zugrunde:[2]
Bei Frauen wird dieser Wert zusätzlich mit 0,85 multipliziert.
siehe auch: Glomeruläre Filtrationsrate
Quellen
- ↑ Cockcroft DW, Gault MH. Prediction of creatinine clearance from serum creatinine. Nephron. 1976;16(1):31–41.
- ↑ National Kidney Foundation: Cockcroft-Gault Equation for Estimating Creatinine Clearance, abgerufen am 24.08.2026.