Beads Task
von englisch: bead - Kugel, Perle; task - Aufgabe
Definition
Als Beads Task bezeichnet man ein Versuchsmodell der kognitiven und klinischen Psychologie, mit dem die Tendenz zum voreiligen Schlussfolgern ("Jumping-to-Conclusions Bias", JTC) erfasst wird. Gemessen wird dabei, wie viele Informationsstücke eine Person aktiv sammelt, bevor sie sich festlegt. In der Klinik wird die Beads Task häufig im Zusammenhang mit Wahnüberzeugungen und schizophrenen Störungen untersucht.
Durchführung
Typischerweise werden zwei "Urnen" (oder Beutel) beschrieben, die unterschiedlich zusammengesetzt sind (z.B. Urne A enthält überwiegend Farbe 1, Urne B überwiegend Farbe 2). Anschließend werden nacheinander Perlen (farbige Kugeln) aus einer der Urnen gezogen. Nach jedem Zug kann die Versuchsperson entweder
- weitere Perlen anfordern (mehr Information sammeln) oder
- eine Entscheidung treffen, aus welcher Urne gezogen wird.
Theoretische Grundlage
Die Grundidee ist, dass Menschen sich bei unsicheren Entscheidungen normalerweise schrittweise Evidenz aufbauen. Je mehr Beobachtungen vorliegen, desto sicherer wird die Schlussfolgerung. Bei JTC hingegen wird die Entscheidung sehr früh getroffen – also mit ungewöhnlich wenig Daten, obwohl weitere Information leicht verfügbar wäre. Diese "Daten-Sammel"-Komponente ist der Kern der Beads task und wird in vielen Studien als ein charakteristischer Befund bei Personen mit aktuellen oder delusionsnahen Überzeugungen berichtet.
Interpretation
Der zentrale Kennwert heißt meist "Draws to Decision" (DTD). Er entspricht der Anzahl der gezogenen Perlen, bis eine feste Entscheidung getroffen wird. Niedrige DTD-Werte stehen für stärkeres, voreiliges Schlussfolgern. Viele Arbeiten nutzen Variationen (z.B. unterschiedliche Wahrscheinlichkeitsverhältnisse wie 80:20 vs. 60:40 oder alternative Antwortformate).
Klinische Bedeutung
Die Beads Task wird häufig eingesetzt, weil sie ein klar umrissenes Teilstück von Denken abbildet: Wie viel Evidenz brauche ich, bevor ich mich festlege? Analysen zeigen insgesamt, dass Personen mit Wahn(anfälligkeit) im Mittel weniger Informationen sammeln, bevor sie entscheiden, auch wenn die Effektstärken je nach Stichprobe und Aufgabenvariante schwanken und nicht jede Kennzahl gleich robust ist.
Quellen
- Scheu et al., Poster: Voreiliges Schlussfolgern bei Schizophrenie: Eine Untersuchung derUntersuchung der „„liberalliberal acceptanceacceptance (LA)(LA)““-- Hypothese mitHypothese mit einer neuartigen Variante des Kugelparadigmaseiner neuartigen Variante des Kugelparadigmas, Uniklinik Heidelberg, 2009
- Ross et al., Jumping to Conclusions About the Beads Task? A Meta-analysis of Delusional Ideation and Data-Gathering, Schizophr Bull, 2015