Überwertige Idee
Definition
Eine überwertige Idee ist eine Form der inhaltlichen Denkstörung, bei der einer an sich realitätsnahen und grundsätzlich nachvollziehbaren Vorstellung eine übermäßig starke affektive Bedeutung beigemessen wird. Dadurch bestimmt sie das Denken und Verhalten des Betroffenen überproportional.
Hintergrund
Im Gegensatz zum Wahn bleibt die überwertige Idee prinzipiell korrigierbar, auch wenn sie von den Betroffenen als ich-synton erlebt und mit hoher subjektiver Gewissheit vertreten wird. Zwangsgedanken werden hingegen als ich-dyston wahrgenommen. Überwertige Ideen dienen u.a. als Erklärungsansätze für Krankheitsbilder wie Magersucht, körperdysmorphe Störung und Hypochondrie.
Charakteristika
Beispiele
Verliebtsein
Man spricht umgangssprachlich bei frisch Verliebten oft von der Sicht durch eine "rosarote Brille". Das Gegenüber wird hierbei idealisiert.
Depression
Aus der Sicht eines Depressiven oder depressiv Verstimmten sieht das Leben düster aus. Lebensereignisse werden aus einer sehr negativen Perspektive betrachtet. Gefühle wie Hoffnungslosigkeit dominieren.
Schizophrenie
Auch bei schizophrenen Menschen können überwertige Ideen auftreten. Während überwertige Ideen wie Verliebtsein häufig relativ stabil oder thematisch eingrenzbar sind, entwickeln sich überwertige Ideen bei Schizophrenen teilweise sprunghaft und können in pathologische Zustände wie Größenwahn oder Verfolgungswahn übergehen.