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Das Medizinlexikon zum Mitmachen.

Riechepithel

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Synonym: epithelium olfactorium
Englisch: olfactory epithelium

Inhaltsverzeichnis

1. Definition [bearbeiten]

Das Riechepithel ist ein auf die Sinneswahrnehmung von Gerüchen spezialisiertes Gewebe, das sich nur in der Regio olfactoria der Nasenschleimhaut im Bereich des Nasendachs befindet.

2. Histologie [bearbeiten]

Das Riechepithel ist ein mehrreihiges Epithel, das aus drei verschiedenen Zelltypen besteht:

Das Riechepithel weist eine Dicke von etwa 45-70 µm auf und überragt dadurch das respiratorische Epithel geringfügig. Als vierter Zelltyp wird von einigen Autoren die Mikrovillizelle angeführt. Auf 10-20 Riechzellen findet man ca. 1 Mikrovillizelle. Ihre Funktion ist zur Zeit (2006) noch unklar.

2.1. Stützzellen [bearbeiten]

Bei den Stützzellen handelt es sich um Epithelzellen, die das Riechepithel zur Nasenhöhle hin begrenzen. Sie stellen den größten Anteil des Riechepithels. Ihre Grundform ist ziegelsteinartig, die Zellkerne liegen nahezu in einer Ebene. Zur Nasenhöhle hin weisen die Stützzellen einen dichten Bürstensaum aus Mikrovilli auf. Die Stützzellen sind für die Gewebestatik und den Metabolismus des Riechepithels verantwortlich. Darüber hinaus bilden sie per Exozytose Schleim, der in das Nasenlumen abgegeben wird.

2.2. Riechzellen [bearbeiten]

Die eigentliche Geruchswahrnehmung erfolgt durch die Riechzellen. Dabei handelt es sich um primäre, bipolare Neurone, deren Zellkerne in der Regel in der Mitte des Epithels anzutreffen sind. Die Nervenzellfortsätze (Axone) der Riechzellen werden in der Submukosa gebündelt. Die dendritischen Fortsätze der Riechzellen enden in einer kolbenförmigen Auftreibung. Sie schwimmen in einem mukösen Sekret, das von den Bowman'schen Drüsen gebildet wird. Hier findet man Kinozilien, in deren Zellmembranen die eigentlichen Träger der Geruchswahrnehmung, die Riechproteine, eingelagert sind.

2.3. Basalzellen [bearbeiten]

Unterhalb der Stützzellen und Riechzellen findet man in der Nähe der Basalmembran die Basalzellen. Sie sind das Stammzellreservoir der Riechzellen, die nach etwa 60 Tagen absterben und dann durch neue Zellen ersetzt werden müssen. In keinem anderen Teil des Nervensystems werden beim Menschen ausgreifte Nervenzellen durch undifferenzierte Stammzellen ersetzt.

3. Klinik [bearbeiten]

Das Riechepithel kann durch Toxine oder Traumen geschädigt werden. Durch seine hohe Regenerationsfähigkeit erholt sich das Epithel in der Regel schnell. Bei einer stärkeren Schädigung kann es zu einem teilweisen (Hyposmie) oder vollständigen Verlust (Anosmie) der Geruchswahrnehmung kommen.

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